Jeder Tag zählt

Alpen von oben

Jeden Abend fragte sie nach meinem Tag.
Eine einfache aber zugleich so wichtige Frage für mich.
„Wie war dein Tag heute?“
Ich kam mir vor wie bei einer Prüfung. Allerdings wie bei einer, bei der man nicht durchfallen konnte.
Es war lediglich eine Erinnerung an mich selbst, dass jeder Tag zählte; dass jeder Tag etwas besonderes war.
Ich erzählte von Nichtigkeiten, die mich gestört hatten. Und von unscheinbaren  Momenten, die mich zum Lächeln gebracht hatten.
Und auch wenn es nur kleine Dinge waren, mit der Zeit schlossen sie sich zu einem großen Muster zusammen.

Dadurch bekamen meine Tage plötzlich mehr Bedeutung.
Ich fühlte mich besser, bedeutender, irgendwie wichtig.
Ich erkannte mit einem Mal Zusammenhänge. Und sah auch hinter den kleinen Dingen eine größere Bedeutung.
Sogar schon während ich sie erlebte.

Es war nicht nur ein kleiner, unscheinbarer Moment.
Es war ein Moment, von dem ich ihr heute Abend erzählen konnte. Ein Moment, an den ich mich in drei Wochen oder drei Monaten oder drei Jahren zurückerinnern konnte.
„Weißt du noch, als ich an eben dieser Stelle die erste Pusteblume für diesen Sommer gepflückt habe?“
„Weißt du noch, als ich letztes Jahr diesen Mann ansprach, weil mir sein Tattoo gefiel? Morgen werde ich mir genau so eines stechen lassen.“

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