Das Leben teilen

Brombeeren

Dann nahm sie meine Hand. Wofür waren beste Freundinnen schließlich da?
Und während ich noch immer auf die Gänsehaut auf meinen Armen starrte, stolperten meine Beine schon ihr hinterher. Sie hatte schon recht. Natürlich hatte sie das.
Draußen schien die Sonne. Wer wollte da schon in seinem Zimmer sitzen?
Wer, außer mir?
Das Alleinsein hatte mir noch immer gut getan. Hatte ich zumindest behauptet. Und mich selbst davon überzeugt. Und alle anderen davon überzeugt.
Nur sie nicht. Denn sie kannte mich schließlich besser, als all die anderen Menschen, die behaupteten, mich zu kennen.

Und während ich so mit mir und meinen Sorgen beschäftigt war, hatte sie sich in mein Zimmer und in meine Gedanken geschlichen. Und nun sorgte sie für das, was schon lange überfällig war: Dass ich mein Leben mit Menschen teilte. Auch wenn es nur eine einzige Person war. Sie.

Wir rannten durch den Wald, den Hirschen hinterher.
Wir aßen noch nicht ganz reife Brombeeren, die fürchterlich sauer waren.
Wir lachten, bis wir Bauchweh bekamen.
Wir wateten durch den eiskalten Bach, über glitschige Steine, bis wir unsere Füße nicht mehr spüren konnten.
Und manchmal redeten wir.
Himmel, ich hatte gar nicht gewusst, wie gut das sein konnte.

 

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