Nebelwände

Nebelwände

Im Nebel verloren.
Die Bäume nur undeutliche Schemen. Düstere Gerippe, die wie schwarze Finger in den Himmel ragen und nach Halt suchen. Doch der Himmel kann keinen Halt bieten, kann überhaupt nichts bieten außer trostlosem Grau.
Dürre Äste greifen in die Nebelwände, von Tropfen behangen.
Unter meinen Füßen einzelne gelbe Blätter, am vermodern.
Niemand war unterwegs. Wer wagte sich bei solch einer Düsternis schon aus der Geborgenheit des Wohnzimmers.
Und hier, mitten in diesem gottverlassenen Nirgendwo, gab es ja nicht einmal Wohnzimmer, die man hätte verlassen oder Menschen, die das hätten tun können.
Ich war allein. Die einzige Menschenseele im Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Es hätten aber auch tausende Kilometer sein können. Wo war da noch der Unterschied?
Kein Geräusch war zu hören.
Bis der Schrei eines Eichelhähers die Stille zerriss und mein Herz für einen Moment aussetzen ließ.
Das war es doch, was ich eigentlich wollte. Stille. Einsamkeit.
Vielleicht hätte ich mich darauf vorbereiten sollen, wie einsam diese Einsamkeit sein kann. Vielleicht hätte mir jemand sagen sollen, wie viel Angst man haben kann. Allein im Nebel.

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