Pathetik, Protest und persönliche Probleme

Papiervögel, sterbend

Im Grunde genommen wollen wir doch alle eine Revolution vom Zaun brechen, jedoch ohne uns dabei die Hände schmutzig zu machen.
Wir verlassen unsere Komfort Zone um von Klippen zu springen oder unser Gehalt zu verhandeln, nicht aber um Konflikte zu suchen anstatt sie zu umgehen.
Die einzigen Konflikte, die wir wagen, sind die in unserer Beziehung und die in unserem Job. Doch zu mehr reicht es nicht mehr.

Wir sehen Bilder davon, wie Menschen auf die Straße gehen. Lesen Zeitungsartikel darüber. Und denken uns: „Das! Das ist es, was man tun sollte: Protestieren. Boykottieren. Revolutionieren.“
Doch was ist es, das wir stattdessen tun?
Wir schmieren uns das nächste Nutellabrot, tippen die nächste E-Mail, bestellen den nächsten Cappuccino, beginnen die nächste Diät.
Viel zu sehr sind wir mit unseren eigenen kleinen Problemchen beschäftigt, um uns mit den großen Themen der Menschen, der Politik, der ganzen Welt zu beschäftigen.
Das einzige, was wir alle schaffen, ist uns zu beschweren. Über die Flüchtlinge. Über die Umweltverschmutzung. Über zu viel Liberalismus. Über zu viel Engstirnigkeit. Über den Nachbarn, der anders denkt als wir. Über links, über rechts, über alles dazwischen.
Wir würden ja gerne auf die Straße, auf die Barrikaden gehen. Doch wofür denn eigentlich? Irgendwie ist das doch alles nicht unser persönliches Problem. Irgendwie möchten wir doch lieber dieses eine Buch noch fertig lesen. Diesen einen Urlaub noch erleben. Diesen viel zu hohen Kredit abbezahlen. Diesen viel zu tristen Job kündigen.

Wofür würdest du diese verdammte Lethargie hinter dir lassen?
Wofür würdest du kämpfen?
Wofür wärst du bereit zu sterben?

Oder ist das zu pathetisch gefragt?

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12 Gedanken zu “Pathetik, Protest und persönliche Probleme

  1. Thats just what I did .
    I quit the odd Job.
    And the journey began.

    And so I went through hell, lost `friends`, my home and most of my posessment. And I wondered what to eat. And I said what I felt. And lost the rest of friends. And met people who would have destroyed me ,.. if they only could ,`)
    And I had to destroy, too and make a lot of faults. And ya know what ?? It was tha best decision of my life. You ask me how, from what I live ? I won´t tell you, cause there´s no need as long as I live. And I can´t say its a bad life. It was fight, seeing death, hell, and … heaven. It was adventures that I never had in dreams and nightmares. It was great. Sometimes I was on the edge … of truth. And now I find new friends,… maybe the real ones.

    Hey what can I say
    by now ?

    I feel wisdom and some peace
    and I like a golden mid
    and still I like the edges
    of this beautiful
    welcoming warming
    also dangerous world
    its the only one we have
    so let´s be nice
    to it
    and to each other.
    sometimes even
    there is love.

    🙂

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    1. Honestly? Or are you quoting?
      Damn, if this is your real life … I am stunned! I often think about doing those things (who doesn’t?)
      But I am just too afraid of all those parts like ‚And I wondered what to eat‘.
      Can you please tell me your story!?

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      1. Oh … die Story ist lang ! …. Und das ist nicht immer romantisch. au contraire . Mittlerweile bin ich wieder etwas in der moderaten Mitte angekommen… auf Dauer ist der Freiflug nicht gesund 😉 . But still a revolutionary head, baby.

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      2. Let’s save the world tomorrow
        Und wer sagt denn, das so eine Story romantisch sein soll? Es wäre ziemlich naiv und blauäugig zu glauben, dass ein Leben, bei dem man alles verliert und neu gewinnen muss, romantisch ist….

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    1. Was ist mit Freunden? Würdest du für sie sterben, weil du dir ein Leben ohne sie nicht vorstellen könntest? Würdest du sie retten, obwohl sie ihr Leben lang wissen, dass sie schuld an deinem Tod sind?
      Was ist mit Gerechtigkeit? Würdest du dafür sterben, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist? Und du danach nicht mehr die Möglichkeit haben wirst, weiterzukämpfen?

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      1. Zum Märtyrer zu werden ist doch genau das was zb graue Männer wollen. Menschen die etwas bewirken können treten heroisch ab und der Rest verliert sich in romantische Verehrung… UND wird eventuell fanatisch und kriminellradikal. Für Gerechtigkeit leben bevorzuge ich. Einen Freund retten und dafür mein Leben geben ?
        Keine Ahnung. Wir Menschen sind auf Überleben programmiert. Ich würde vielleicht beides versuchen,… mich und den anderen retten. I mean… es gibt Beispiele in denen sich alles bewußte Denken ausschaltet und Menschen in einer Zehntelsekunde einfach handeln. Dann entscheidet das Schicksal. Ich wäre nie so vermessen zu sagen ich bin heroisch genug um diese Art von Held zu werden. Manchmal geschehen Dinge einfach… da greift eine universelle Dynamik ein. if its in the plan to die then its in the plan , but don´t dare to change the plan if or if not … 😉 .
        Ehrlich gesagt … das Thema macht mir auch Angst . :\ Was ist wenn ich heroisch abgegangen bin und sitze da oben in der celestial bar beim Drink und sehe : ahhrggg ! Es hatte keinen Effekt !!! LAsst mich wieder runter !! : -D

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      2. Und dann kommt doch gleich die Frage: Glaubst du wirklich an Schicksal? Ist alles vorherbestimmt? Wenn ja – von wem? Oder haben wir doch alles selbst in der Hand?
        Auch mir macht das Thema Angst. Ja logisch „Death is but the next great adventure“, doch wer besitzt schon ein „well organized mind“? Ich mal sicherlich nicht…

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      3. Reine Vorherbestimmung, nein ,..glaube ich nicht. Irgendeine höherer Ordnung in die man sich einklinken kann und dann die Dinge besser laufen ,… das ist meine konkrete Erfahrung, die scheint es zu geben. Alles weitere..puhh langes Thema und Experimetierfeld.

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