Welterschütternd

Atlas shrugged

Würde Atlas mit den Schultern zucken, die Welt könnte nicht stärker erschüttert werden.

Der Atlas, der meine Welt trug, zuckte mit den Schultern als ich bemerkte, dass ich wohl viel mehr gedacht hatte als du, wann immer du diese drei Buchstaben gesagt hattest: wir.
Für mich war wir eine gemeinsame Zukunft. Liebesgetränkte Worte. Liebesgetränkte Gesten.
All die großen und kleinen Dinge, gemeinsam.

Das Wir war doch schon so nahe.
Du warst mir doch schon so nahe.
Ich lag schon in deinen Armen, ich lag schon in deinem Bett.

Aber ganz offensichtlich war ich da nicht die Einzige.
„Ich hab ihn mit einer Anderen gesehen…“, sagte sie beinahe entschuldigend.

Zuerst wollte ich ihr nicht glauben.
Du hast mich an meiner besten Freundin zweifeln lassen!
Sie hatte dich noch nie wirklich gemocht. Sie hatte das doch bestimmt nur gesagt, damit ich mir dich aus dem Kopf schlage.
Doch immerhin ist sie meine beste Freundin. Eine Grundschulfreundin. Sie würde nicht mir ins Gesicht lügen.

Und dann habe ich euch gesehen. Händchenhaltend.
Meine Hand hast du nie genommen. Nur wenn wir allein in deiner Wohnung waren. Doch nie mitten auf der Straße.
Und mich hast du auch nie so angesehen. So… verliebt!
Mir hast du nie die Haare aus dem Gesicht gestrichen. Meine Haare waren zu kurz dafür.
Mir hast du nie die Tür aufgehalten. Ich war dazu schließlich selbst in der Lage.
Hättest du mich gewollt wenn ich nicht so emanzipiert gewesen wäre?

Ich sah euch Arm in Arm vorbeischlendern, mich nicht eines Blickes würdigen. Und dann sah ich, wie du sie geküsst hast.
Und dann zuckte Atlas mit den Schultern.
Und dann schüttelte Atlas die Welt über seinen Kopf.
Und dann zerstörte er die ganze Welt.
Meine Welt.

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2 Gedanken zu “Welterschütternd

  1. Ich finde diesen Beitrag von dir in sofern gut, dass du darüber schreibst, dass du das was du darüber fühlst aufschreibst und so dir damit selber hilfst, das Ganze zu akzeptieren, auch wenn es so furchtbar scheiße ist. Sowas kann man nicht von einem auf den anderen Tag einfach hinnehmen und normal weitermachen, ich weiß das, aber ich wünsche dir dass du an Ihn sehr bald nur noch ein müdes Lächeln verschwenden kannst, was dann zeigt, dass du drüber hinweg bist 🙂
    Liebe Grüße,
    Jim

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    1. Hallo Jim,
      vielen Dank für die netten und aufbauenden Worte! Allerdings ist das einer der Texte, die sich nicht auf den Status Quo beziehen. Der Text ist eine Mischung aus Gehörtem und von vielen Menschen Erlebtem. Aber davon mal abgesehen hast du völlig Recht mit deiner Einstellungen zu diesem Thema!
      Liebe Grüße,
      Felicitas

      Gefällt 1 Person

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