Nehmt euch in Acht!

Women are the strong ones

Wir wurden erzogen, uns selbst dann noch zu entschuldigen, wenn jeder Mann sich schon längst das Recht genommen hätte, zuzuschlagen.
Wir wurden erzogen, brav und freundlich zu sein. Immer Bitte und Danke zu sagen für Dinge, die für jeden Mann selbstverständlich sind.
Wir wurden erzogen, uns klein zu fühlen und schwach. So schwach. Immer wieder schwach.

Ich bin hier um euch zu sagen, dass wir stark sind.

Wir sind diejenigen, die freundlich lächeln können, während wir im Hintergrund Pläne schmieden, die ganze Stadt zu verbrennen. Mitsamt diesen Gesichtern, die uns zu unterdrücken versuchen.
Wir sind diejenigen, die den Nachwuchs großziehen. Und damit unsere eigene Armee an Toleranz und Gleichberechtigung. Wenn wir sie nur lange genug fernhalten von Männern mit falschen Vorstellungen.
Wir sind diejenigen, die dann zuschlagen können, wenn es niemand erwartet. Denn von uns erwartet es niemals jemand.

Ich möchte keinen Bären

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Wir sind die Generation, die niemals schläft. Nein, die niemals schlafen sollte.
Es gibt so viel zu sehen, so viel zu erleben.
You only live once.

Ich muss gefälligst mein Leben schätzen. Alles nutzen. Bis zum äußersten.
So viele andere Menschen haben nicht diese Möglichkeiten, wie ich sie habe. Es wäre undankbar, diese einmalige Chance nicht zu nutzen.

Ich fühle mich, als würde ich ständig unter Druck gesetzt werden.
Ich bin nicht gut genug, so wie ich bin.
Ich muss mehr Sprachen sprechen. Mehr Bücher lesen. Mehr Berge besteigen.  Mehr Freunde treffen. Mehr Torten backen. Mehr Sterne sehen. Mehr Fremde ansprechen. Mehr Kaffee trinken. Mehr Sport machen. Mehr Partys feiern. Mehr Länder bereisen.

Immer nur mehr.

Und ich selbst bin nicht gut genug.
Nicht, solange ich dieses „mehr“ nicht erreicht habe.

Hier ist meine Gegenstimme!

Bitte halte für einen Moment inne.
Das einzige, was du solltest, ist, dein Leben zu leben.
Wir sind die Generation, die niemals schläft. Und jeder klagt über Müdigkeit.
Es ist nicht möglich, den ganzen Tag atemberaubende Dinge zu erleben. Es ist weder psychisch noch physisch möglich.
Irgendwann braucht man Pause. Irgendwann braucht man Schlaf.
Langsame Tage, an denen man im Bett liegt und nichts tut. An denen man ein Buch zum hundertsten Mal liest – einfach weil man es mag und nicht, weil es ein „Mehr“ bringt.

Wir leben in einer Welt, in der alles möglich ist.
Wenn wir einen Bären wollen, dann können wir uns den verdammten Bären einfach kaufen.
Doch was, wenn ich gar keinen Bären möchte?

Wiederfinden

Atlantik Gischt

Wer bist du eigentlich? Und vor allem wo?
In einer Welt, die so groß ist wie diese hier, verliert man sich so schnell aus den Augen. Seltsamerweise aber nicht aus dem Herzen.
Wie soll man sich denn jemals wiederfinden, wenn man nicht weiß, wo man suchen soll?
Du spielst mit meinem Herzen ein seltsames Spiel.
Oder ein Lied, zu dessen Melodie ich gerne Walzer tanzen würde.
Und auch wenn das für dich alles keinen Sinn macht, ist es für mich doch der erste Gedanke jeden Morgen. Oder zumindest der zweite. Gleich nach der Frage, wohin du meinen Verstand entführt hast.
Wobei entführen wohl das falsche Wort ist, denn schließlich ist er freiwillig mit dir mitgegangen.
Ohne mich zu fragen.

Eine Kollision von Verlierern

A collision of mountain tops

Wem können wir die Schuld geben?
Dafür, dass wir zerstört wurden?
Wir, die wir uns für unzerstörbar hielten.

Hier sitzen wir.
Eine Kollision von Verlierern.
Einer schwächer als der andere.
Einer hoffnungsloser als der andere.

Wir dachten, wir könnten Berge versetzen.
Jahrtausendealten Stein entwurzeln und dorthin setzen, wo er nicht uns aufhielt, sondern unsere Gegner.
Wir selbst wollten die Berge nur, um die Aussicht genießen zu können.
Das Erklimmen sollten die Anderen übernehmen.

Doch so funktioniert das Leben leider nicht.
Es ist einsam dort oben. Wunderschön zwar. Doch sehr einsam.

Und wenn wir die Sache genauer betrachten, fällt uns auf, dass wir vielleicht doch nicht den höchsten Gipfel erreicht hatten.
Dass es schönere Berge gab mit schönerem Aussichten.
Vielleicht kam sogar der Feind uns näher.

Und dann kommen die Zweifel.
Und dann kommt der Feind.
Und dann sind wir besiegbar.

Aber ist es nicht genau das, was das menschliche Leben ausmacht?
Das zerstörbar Sein?
Das Wissen, dass es ein Ende gibt.
Das Wissen, dass wir nicht unbesiegbar sind.

Stärke ist doch eigentlich, genau das zu wissen und trotzdem nicht aufzugeben, nicht zu verzweifeln.

Stark ist, wer einen Berg bezwingt, von dem er weiß, dass es nicht der höchste ist. Und trotzdem zufrieden mit sich sein kann.
Stark ist, wer sich vom Feind einholen lässt. Denn nur so kann man sich ihm stellen.
Stark ist, wer zu den Verlierern gehört und trotzdem gewinnt.

Liebeserklärung an F. – Teil II

Tauben

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie das fühlen lässt, was sie fühlt, wenn sie Musik hört.
Bei uns bist du derjenige, der für die Musik zuständig ist.
Und ich bin diejenige, die beinahe platzt vor Gefühlen.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie zum Lachen bringt.
Du erzählst keine Witze.
Brauchst du auch nicht.
Ich fange zu strahlen an, sobald du den Raum betrittst.
Als würdest du das Licht anschalten.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie respektiert.
Respekt ist kein Ausdruck mehr für das, was du mir entgegenbringst.
Das ist Aufbauen und Festhalten und Weitertreiben und Herausfordern und Auffangen.
Und alles zur selben Zeit.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie auf Händen trägt.
Gut, dass du so stark bist.
Und gut, dass wir trotzdem beide selbst laufen können.
Denn wir sind eins und zwei und alles zusammen.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie zur besten Version ihrer selbst macht.
Und du hast mich nicht zu dieser Version gemacht.
Du hast mir diese Version von mir gezeigt.
Sie war schon lange da.
Doch bevor du kamst, wusste ich gar nicht, dass es diese Version überhaupt gibt.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der Sinn für Romantik hat.
Ich hasse Romantik.
Und ich liebe dich.

Teil I
Teil III