Eine Kollision von Verlierern

A collision of mountain tops

Wem können wir die Schuld geben?
Dafür, dass wir zerstört wurden?
Wir, die wir uns für unzerstörbar hielten.

Hier sitzen wir.
Eine Kollision von Verlierern.
Einer schwächer als der andere.
Einer hoffnungsloser als der andere.

Wir dachten, wir könnten Berge versetzen.
Jahrtausendealten Stein entwurzeln und dorthin setzen, wo er nicht uns aufhielt, sondern unsere Gegner.
Wir selbst wollten die Berge nur, um die Aussicht genießen zu können.
Das Erklimmen sollten die Anderen übernehmen.

Doch so funktioniert das Leben leider nicht.
Es ist einsam dort oben. Wunderschön zwar. Doch sehr einsam.

Und wenn wir die Sache genauer betrachten, fällt uns auf, dass wir vielleicht doch nicht den höchsten Gipfel erreicht hatten.
Dass es schönere Berge gab mit schönerem Aussichten.
Vielleicht kam sogar der Feind uns näher.

Und dann kommen die Zweifel.
Und dann kommt der Feind.
Und dann sind wir besiegbar.

Aber ist es nicht genau das, was das menschliche Leben ausmacht?
Das zerstörbar Sein?
Das Wissen, dass es ein Ende gibt.
Das Wissen, dass wir nicht unbesiegbar sind.

Stärke ist doch eigentlich, genau das zu wissen und trotzdem nicht aufzugeben, nicht zu verzweifeln.

Stark ist, wer einen Berg bezwingt, von dem er weiß, dass es nicht der höchste ist. Und trotzdem zufrieden mit sich sein kann.
Stark ist, wer sich vom Feind einholen lässt. Denn nur so kann man sich ihm stellen.
Stark ist, wer zu den Verlierern gehört und trotzdem gewinnt.

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4 Gedanken zu “Eine Kollision von Verlierern

  1. Nur wer vollkommen in seine Zerbrechlichkeit eintaucht, kann das entdecken, was wirklich unzerstörbar ist. Was Du hier beschreibst – und das ziemlich gut – ist Hingabe.

    „Aber ist es nicht genau das, was das menschliche Leben ausmacht?
    Das zerstörbar Sein?
    Das Wissen, dass es ein Ende gibt.
    Das Wissen, dass wir nicht unbesiegbar sind.“

    Für den Körper gilt das zweifellos. Bist Du die physische Form? 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Ehrlich gesagt, kann ich diese Frage nicht beantworten. Ich weiß, dass ich so sehr verwundbar bin. Und trotzdem kämpfe ich, fühle mich manchmal sogar stark.
      Glaubst du, dass physische Stärke unmittelbar mit psychischer Stärke zusammenhängt? Was helfen uns Muskeln, wenn wir nicht kämpfen wollen?
      Schwierige Frage und deswegen schwierige Gegenfragen 😉

      Gefällt mir

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