Liebeserklärung an F. – Teil V

Notizbuch

Ich brauche das „Ich liebe dich“ nicht aussprechen,
damit du weißt, dass das so ist.
Denn du weißt, was ich sagen möchte,
bevor meine Lippen die Worte geformt haben.
Du liest meine Gedanken,
bevor ich überhaupt merke,
dass es dort Buchstaben gibt,
die sich sinnvoll aneinanderreihen lassen.
Du hörst das Unaussprechliche
und lässt es mich aussprechen,
weil du weißt, dass das manchmal hilft.
Und du lässt es mich aufschreiben,
weil du weißt, dass schreiben besser ist,
als sprechen jemals sein könnte.

Du respektierst mein Notizbuch,
obwohl ich ihm mehr erzähle als dir,
obwohl du eifersüchtig sein könntest
und es vielleicht auch bist.
Doch du schweigst und akzeptierst.
Selbst wenn es auf dem Tisch liegt
und ich nicht da bin
und es dich anbrüllt,
das tut es sicherlich, ich weiß es,
es muss so sein,
dennoch fasst du es nicht an.
Du respektierst mich mehr,
als ich selbst es jemals könnte.

Und du weißt, wie sehr ich dich liebe,
du sagst, du weißt es
und ich sage, du weißt es nicht,
aber ich weiß, dass du es trotzdem weißt,
irgendwie.
Vielleicht ist das der einzige Grund,
warum ich es nicht ausspreche.
Weil du es sowieso schon weißt.
Und weil meine Worte
sowieso niemals ausreichen werden
für das, was ich sagen möchte.

Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV

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