An der Nordsee

Lachmöwe

Wir fuhren mit dem Schiff zu Freunden meiner Eltern. Das Meer, die raue Nordsee, gab sich heute zahm und die Sonne glitzerte auf der Wasseroberfläche als hätte jemand das Wasser verglast. Möwen kreisten um uns und kreischten.
Gleichzeitig mit einer Lachmöwe erreichten wir das Haus, ein uriges Gebäude aus dem letzten Jahrhundert, von zahlreichen Blumen umgeben, und in diesem Moment kam ein junger Mann um die Ecke, raspelkurze Haare, unglaublich groß, schlank und linkisch, und umarmte mich noch bevor ich erkannt hatte, dass es Nils war, der mich nun fast nicht mehr loslassen wollte und spitzbübisch angrinste.
Nils, zu dem ich immer bewundernd aufgeblickt hatte. Als man mir erzählt hatte, dass er zu studieren begann, während ich noch mit dem Gymnasium kämpfte. Als er mir geschrieben hatte, dass er sein Studium schmiss, während ich mit mir haderte, was ich wohl nach dem Abitur anstellen sollte. Als meine Eltern erzählt hatten, er würde Kapitän werden und auf weite Reisen gehen, während ich mir meinen Wochenendausflug nach Prag durch Ferienjobs ersparte.
Immer hatte ich ihn bewundert und jetzt stand ihm ins Gesicht geschrieben, dass auch er mich bewunderte. Vielleicht aber auf eine andere Art und Weise.
Und ich war mir nicht ganz sicher, was ich davon halten sollte.

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