Leseprobe IV

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Evanna Athos und die Zeiten der Macht ist nun seit ziemlich genau einem halben Jahr auf dem Markt. Erschreckend, wie die Zeit vergeht!
Für alle, die das Buch noch immer nicht gelesen haben (jetzt ist der Zeitpunkt, an dem das schlechte Gewissen an euch nagen sollte), möchte ich in den nächsten Wochen die ein oder andere Leseprobe veröffentlichen, um euch ordentlich neugierig zu machen.
Hier geht’s zur ersten Leseprobe, hier zur zweiten und hier zur dritten.
Jetzt lernt ihr endlich meine Lieblingsperson kennen! Nachdem Evanna’s Vater spurlos verschwand und ihr so seltsame Dinge passierten, dass sie allmählich an ihrem Verstand zweifelte, bekam sie plötzlich eine Einladung von Mr Severin. Sie darf nach Angleridge, einem britischen Internat für besonders begabte Schüler. Doch in Angleridge angekommen stellt Evanna schnell fest, dass sie auch hier irgendwie besonders zu sein scheint. Weil sie viel älter ist als alle anderen Neuankömmlinge…
Um sich in der Schule schnell zurechtfinden zu können, bekommt sie eine Führung durch das Gebäude. Vom Schülersprecher Austin. Dem besten Charakter, den ich je erschaffen habe. Er ist alle Menschen, die mich verunsichern. Alle Menschen, die mich beeindrucken. Alle Menschen, die mir ordentlich auf die Nerven gehen. Und er wird im Laufe des Buches immer nerviger besser!

Also nahm Evanna ihren Mut zusammen und begann, als er gerade nichts erklärte, zögernd, aber mit herausforderndem Unterton: »Kannst du mir vielleicht eine Frage beantworten?«
Austin drehte sich überrascht zu ihr um. »Kommt ganz darauf an, was du wissen willst.«
»Was für Gerüchte gibt es eigentlich über mich? Irgendwie scheint mich jeder zu kennen und mich für etwas Besonderes zu halten. Weil ich fünf Jahre später kommen durfte, als alle Anderen…« Sie stockte. »Und du scheinst das Ganze eher lustig zu finden.«
Er sah sie komisch an, aber nur für einen kurzen Moment, dann richtete er seinen Blick auf den Gang vor ihnen. »Mach dir darüber mal keine Gedanken. Wenn sich Menschen etwas nicht erklären können, dann erfinden sie eine eigene Wahrheit. So sind schon früher die Märchen entstanden. Als die Schüler mitbekamen, dass da ein sechzehnjähriges Mädchen kommt, dachte jeder, dass du irgendeine Fähigkeit haben oder sonst in irgendeiner Weise etwas Außergewöhnliches sein musst.« Er unterbrach seine Erklärung kurz, um auf die Zimmer der rechten Seite zu deuten: »Darin finden die Literaturkurse statt.«
»Ich weiß«, antwortete Evanna unwirsch. Sie wollte, dass er ihr mehr von den Gerüchten erzählte. Immerhin klang seine Erklärung wenigstens vernünftig (wenn auch nicht so lustig wie Ida’s Verschwörungstheorien). Er fuhr also fort: »Viele hatten vermutet, dass du berühmt bist oder zumindest sehr berühmte und einflussreiche Eltern haben musst. Sie hätten kurz gesagt mit einer reichen, verzogenen Tussi gerechnet, für die man eben eine Ausnahme macht. Aber dann bist du aufgetaucht und sie waren enttäuscht. Sie können an dir nichts Außergewöhnliches finden. Du bist weder berühmt, noch hast du berühmte Eltern. Und im Bus bist du lieber bei einem kleinen, schweigsamen Jungen gesessen, anstatt dir gleich richtige Freunde zu suchen, wie sie es nennen. Du hast dich einfach nicht wie jemand benommen, der wichtig wäre.«
Angriffslustig schob Evanna das Kinn vor. »Aber was glauben die denn? Natürlich bin ich nichts Besonderes! Dass ich so spät noch kommen durfte, lag sicher nur daran, dass ich erst im letzten Schuljahr nur noch Bestnoten hatte. Davor war ich scheinbar nicht gut genug. Man kann es von mir aus Zufall nennen, dass man mir so spät noch die Chance gegeben hat. Oder meinetwegen Glück.«
»Bist du dir da sicher?«, fragte Austin in einem Tonfall, den Evanna nicht deuten konnte.
»Natürlich!«
»Aber warum sollte man dann für dich eine Ausnahme machen? Warum hat man dich nicht einfach schon vor Jahren eingeladen. Oder es nicht ganz gelassen?« Austin sah sie prüfend an.
Genau das waren die Fragen, die auch Evanna sich gestellt hatte. »Das müsstest du mal Mr Severin fragen. Der wollte ja so dringend, dass ich komme«, sagte sie schließlich trotzig.
»Mr Severin teilt nicht all seine Gedanken und Beweggründe mit seinen Schülern.« Irgendetwas an dem, wie Austin das sagte, gab Evanna das Gefühl, dass er etwas verschwieg.
»Du kennst den Grund aber trotzdem, stimmt’s?«
Austin schwieg. Er hätte sein Ja nicht lauter herausschreien können. Doch er machte keinerlei Anstalten, etwas von seinem Wissen preiszugeben.
Stattdessen kam er wieder auf die Gerüchte zu sprechen: »An deiner Stelle würde ich mir keine Gedanken über dieses Gerede machen. Sie kennen dich nicht«, sagte er schlicht. »Sie hatten noch keine Möglichkeit, dich kennen zu lernen und trotzdem versuchen sie schon, dich zu beurteilen. Sie wollen dich in eine Schublade stecken. Das kann nur schief gehen. Warte noch ein paar Tage oder Wochen, dann werden sie merken, dass sie an dir nichts Außergewöhnliches feststellen können.« Nach kurzem Zögern fügte er hinzu: »Zumindest nicht so etwas, was sie erwartet hätten.«
Den letzten Satz verstand Evanna nicht. Wollte Austin damit einfach sagen, dass jeder auf seine Art außergewöhnlich ist? Doch Austin wirkte nicht wie ein Mensch, der Jeder ist besonders, liebe dich selbst predigte.
Er spielte ganz sicher auf den Grund an, weshalb Mr Severin sie so spät noch nach Angleridge geholt hatte. Doch was konnte das sein?

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2 Gedanken zu “Leseprobe IV

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