Von Füchsen und deren Beute

Es gibt Gespräche, die man lieber nicht führen möchte. Die man aber führen muss, wenn man etwas ändern möchte. Und ich möchte etwas ändern. Denn es ist furchtbar mit anzusehen, wie der beste Freund und die beste Freundin umeinander schleichen wie ein Fuchs und seine Beute. Ich wusste nur nie, wer jetzt gerade der Fuchs war und wer die Beute.
Die Füchsin (oder die Beute?) hatte sich von mir bereits vor Wochen entlocken lassen, wie sehr sie verliebt war. Ich konnte es ihr nicht verübeln. Er war der liebenswerteste Mann, den ich bisher kennengelernt hatte. Nicht umsonst war er mein bester Freund.
Doch immer wenn ich dachte, jetzt – jetzt! – müsste endlich etwas passieren, sie würden endlich kapieren, was der Andere fühlte, dann vermasselte er es. Es war frustrierend. Immer war er derjenige, der im letzten Moment irgendetwas total doofes sagte oder einfach abhaute. Weil er ja so sehr beschäftigt war mit seiner Doktorarbeit.
Also musste ich ihn zur Rede stellen. Natürlich erwähnte ich nicht, dass die Füchsin (respektive Beute) mir bereits alles erzählt hatte. Ich stellte ihn einfach nur zur Rede, wie das eine beste Freundin nunmal tat.
„Ich interessiere mich nicht für Mädchen“, antwortete er mürrisch.
Ich hob überrascht die Augenbrauen. Das klang nach einer schlechten Ausrede. „Warum nicht? Bist du schwul?“
Das hätte er mir erzählt. Das hätte er mir so sicher erzählt.
Zum Glück ersparte er mir diese Lüge und schüttelte den Kopf. „Nein. Aber ich habe in meinem Gehirn einfach keinen Platz für Liebe.“
Diese Antwort war so bescheuert, dass ich ihn beinahe geohrfeigt hätte. „Liebe hat nichts mit dem Gehirn zu tun.“

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4 Gedanken zu “Von Füchsen und deren Beute

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