Dann vielleicht.

Du wartest auf die Revolution wie aufs Wochenende an einem Mittwoch. Und wenn es dann soweit ist, bist du zu beschäftigt, um mitzumachen. Außer, sie klingelt vorsichtig an deiner Haustür. Dann vielleicht. Du trinkst deinen Kaffee grundsätzlich schwarz, als wäre das ein Statement und keine Frage von Vorlieben und individuellem Geschmack. Am liebsten siehst du etwas brennen, doch das einzige, das du anzündest, sind deine Zigaretten. Außer, jemand anders beginnt mit Autoreifen. Dann vielleicht. Das Wort »radikal« sprichst du mit einer Zärtlichkeit aus, als wäre es so fragil wie dein Ego. Sprühst Graffiti auf die Berliner Mauer und wartest auf die Polizei, damit du »ACAB!« rufen kannst, doch keiner kommt, in Wirklichkeit traust du dich nicht einmal, Farbe im Baumarkt zu kaufen. Liebst das Wort »Parolen«, doch wann immer du welche rufen solltest, bist du heiser. Vom Rauchen oder von der Feigheit oder von der Tatsache, dass du nicht für die Revolution gemacht bist.
Niemand ist für die Revolution gemacht, doch es gibt Menschen, die werden die Revolution. Du gehörst nicht dazu. Außer, die Revolution kommt wirklich. Dann vielleicht.

2 Gedanken zu “Dann vielleicht.

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