Abrechnung mit einer griechischen Göttin

Ich bin das Orakel, das vor deine Haustür spuckt. Webe Worte zu Flüchen und trenne Fäden kurz nach deinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr. Du warst schon immer größer als ich. Wenn das Leben nur aus Wettbewerben bestände, du würdest sie alle gewinnen. Bist schneller als der Sieg, stärker als Atlas, der doch die ganze Welt trägt, mutiger als ich, selbst wenn ich die Schwester von Apollo wäre. Du wüsstest nicht einmal, wie man Furcht buchstabiert, wärest du nicht klüger als die Sonne hell. Dein Körper wie eine Statue, die Proportionen perfekter als Michelangelo sie jemals erschaffen könnte. Beherrscht alle Künste, beginnend bei der Musik, nicht endend mit der Liebe. Deine Haare wie Wellen, meine sind Schlangen. Doch ich versteinere nicht dich. Alles, worauf ich warte, ist der Grund für all das. Die einzige Person, die ich zu Stein verwandeln möchte. Und das bist nicht du. Werfe Würfel und sehe, dass Gefühle keinem Wettbewerb standhalten, auch keinem göttlichen. Verliere im Neid. Unentschieden in der Gunst. Denn Göttinnen müssen tun, was Göttinnen nunmal tun. Stark sein. Die Götter stürzen. Gemeinsam.

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