Vom Ende der Anfang

V.'s back

Das ist das Ende und du weißt es.

Wie sie dich ansieht und wie ihre Lippen beben und wie ihre Stimme bebt und wie die ganze Welt erzittert. Deine Hand greift nach ihrer (zitternd), aber sie reagiert schnell, schneller als du, und stopft sie in ihre Jackentasche. Weiße Wolken bilden sich vor deinem Mund, dein Atem geht zu schnell. Das ist Panik. Panik, die sich deine Luftröhre hochkämpft, Panik, die auf deiner Haut entlangkriecht. Das hat nichts mit Kälte zu tun, die Gänsehaut ist auch nur Panik.
Du dachtest, du hättest alles übers Verlieren gelernt. Als dein Vater ging. Als die Schulnoten schlechter wurden. Als aus dem Studium ein verwehrter Traum wurde. Als der Krebs stärker war als deine Oma.
Du dachtest, du hättest alles übers Verlieren gelernt.
Aber von ihr hattest du schon immer viel zu lernen gehabt. Über Gotik und Romanik. Über Hainbuchen und Ebereschen. Übers Vermissen. Und nun auch übers Verlieren.


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Walfisch

Walfisch

Manchmal fühle ich mich wie ein Wal.
So viel größer als all die Anderen hier. Und doch bin ich winzig, verschwinde ich in den unendlichen Weiten eines Ozeans (meines Lebens, dieser Welt) um mich herum.
Ich kommuniziere in Tonlagen, die sonst niemand hören kann und sonst niemand versteht und vielleicht auch niemand verstehen will. Vielleicht singe auch ich mit 52 Hertz.
Ich bin groß und unbeholfen und auch wenn ich nicht so aussehe und auch wenn ich nicht so klinge, ich bin unglaublich sanft und wehtun wollte ich sowieso noch nie jemandem.
Ich verschwinde für viele, viele Minuten unter der Oberfläche, tief hinunter (in meine Gedanken) und doch muss ich wieder hinauf, Luft holen, tief durchatmen.
Ich habe einen Hang zum Fatalismus. Oder vielleicht bin ich einfach nur überfordert von all dem Lärm um mich herum und deswegen verirre ich mich zu nahe an Land.
Ich fühle mich wie ein Wal und irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich strande.


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Dezember

Fairylights

Dezember ist Erleichterung,
weil November endlich vorüber ist.
(Schlimmer kann es nicht werden.)
Und gleichzeitig Angst
vor dem, was noch kommt.
(Und was, wenn doch?)
Wir sehnen ein Ende herbei
und wünschen uns doch,
dass es nie endet.
(Zumindest manchmal.)
Alles weiß dort draußen,
macht alles schwarz hier drin.
Ich lebe nun komplett in grau.
(Und du schaltest die Lichterkette an.)


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Krähen im Nebel

Fassaden

Ich möchte Regen in Amsterdam,
Krähen im Nebel,
alles auf Anfang,
in Stille leben.

Ich möchte kalt-schwarze Wände
und grauen Stein,
ein Buch ohne Ende,
lesen im Kerzenschein.

Ich möchte dunkelste Wolken
und nassen Asphalt,
nur noch mir selbst folgen,
die Ruhe von Wald.

Ich möchte verschachtelte Dächer,
den Himmel voll Rauch,
dunkle Gewässer
und dich möchte ich auch.


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Stärke hat nichts mit Kraft zu tun

Pferdebeine

Ich bin stärker als du. Stärker als ein Pferd und manchmal genauso sanftmütig.
Ich bin stärker als du, im Kopf. Allein mein Wille kann diesen Schnee schmelzen, allein mein Wille kann diese Welt aus den Angeln heben.
Ich bin stärker als du, weil intelligenter. Ich kenne den Duden auswendig und die Relativitätstheorie verstand ich mit 14, weil I. sie mir erklärte.
Ich bin stärker als du, und schneller. Weil mein Herz schneller hämmert, als deine Beine jemals über die Erde rennen können.

Vielleicht hast du mehr Muskeln in den Armen oder in den Beinen oder im Bauch.
Aber mir ist der Muskelkater vom Lachen und der Muskelkater vom Leben lieber, als irgendwelche Gewichte, die ich doch durch meine bloße Willenskraft bewegen könnte.
Und allein meine Sturheit reicht aus, um all deine Argumente nichtig zu machen.
Manchmal ist das alles, was man braucht, um seine Ziele zu erreichen.

Evanna Athos und die Zeiten der Macht

Evanna Athos und die Zeiten der Macht

Wer gute Noten schreibt hat keine Freunde. So viel musste Evanna Athos mit ihren 15 Jahren schon lernen. Ansonsten hielt sie sich für ein normales Mädchen. Doch dann verschwindet ihr Vater spurlos, was der Auftakt zu einer Reihe unerklärlicher Ereignisse ist. Schließlich landet Evanna in einem britischen Internat, wo sie vom Schülersprecher Austin von ihren magischen Fähigkeiten erfährt. Scheinbar hat alles mit ihrem Vater zu tun. Und plötzlich hat sie zwar dutzende Freunde, aber auch einen übermächtigen Feind. Den nur sie allein besiegen kann.

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