urlaubskalt

DSC00898

„Draußen ist es urlaubskalt“
– „Urlaubskalt? Was bedeutet das?“
„Schön.“


Ein weiteres Wort im ‚Dictionary of felicitas-invented words‘:
urlaubskalt

Wenn man draußen sitzt, obwohl es ein bisschen zu kalt dafür ist. Im zu dünnen Pullover vor dem Zelt oder am Meer sitzen. Lesend. Es windet. Die Hände werden kalt. Die Sonne wärmt schwach das Gesicht.
Man macht Pause. Vom Wandern. Vom Fremde-und-unglaublich-interessante-Menschen-kennenlernen. Vom Erleben.
Es ist entspannend.
Und eben auch ein bisschen kalt.

Advertisements

Licht an!

ON

Knips das Licht an. Lass die Lampen strahlen in allen Farben. Dazu kann man lesen. Sich endlich in die Augen sehen. Lass die Lampen blinken und leuchten. Dazu kann man tanzen, dazu kann man lachen. Wofür sind Lichtschalter schließlich da?
Oder Knips die Sonne an. Damit die Welt endlich heller wird. Dass Sonnenstrahlen überall kitzeln können, dass es Schattenspiele gibt, aber keine Trauerspiele. Versprüh ein wenig Serotonin.
Und zum Schluss:
Knips dein Lächeln an. Und lass die Trauer einmal nicht gewinnen.

Jedes Ding bei seinem wahren Namen nennen – Teil 2

Die Magie des Waldes

Letztes Jahr – bei Band 1 – schrieb ich:
„Der Titel steht. Und die Selbstsicherheit wankt.“

Dieses Jahr – bei Band 2 – schreibe ich:
„Der Titel steht. Und die Veröffentlichung wankt.“

Eigentlich wollte ich diesen Monat Band 2 meiner Trilogie um Evanna Athos veröffentlichen. Dann, als das Buch eigentlich schon beinahe fertig lektoriert war, erkannte ich einen mittelschweren Fehler. Meine Testleser fanden es alle nicht so schlimm. Ich jedoch fand es umso schlimmer.
Das bedeutet nun, dass ich nochmal einiges überarbeiten (bzw. bestimmt mindestens 50 Seiten zusätzlich schreiben) muss.
Gut, dass ich sowieso kein Sommerkind bin. Denn den August werde ich jetzt vor meinem Laptop verbringen. Um euch hoffentlich im September dann stolz meinen 2. Band zeigen zu können. Der noch ein Stück spannender wird als Band 1… (Spoiler: Natürlich kommt auch Austin wieder vor!)

Genug aus dem Nähkästchen geplaudert.
Hier kommt der Titel (Trommelwirbel bitte!)

Evanna Athos und die Magie des Waldes

Vom Fehlen der Angst

Whisky

„Wie kommt es, dass du immer alleine bist? Dass du keine Freunde hast?“
Er hatte sich nun bereits zwei Stunden lang mit ihr unterhalten. Sie war interessant, freundlich, offen, aufmerksam und – wie er fand – überdurchschnittlich hübsch. Sie hatte bisher keine Macken gezeigt, keine abschreckenden Weltanschauungen geäußert. Und dennoch behauptete sie jetzt, dass sie keine Freunde hatte.
Sie zögerte kurz, als müsste sie überlegen, ob sie wirklich mit der Wahrheit herausrücken wollte.
„Weißt du“, setzte sie schließlich an „ich habe vor nichts Angst.“
Er wartete. Das war vielleicht eine ungewöhnliche Aussage, aber doch sicher keine Begründung.
Sie starrte angestrengt auf die Eiswürfel in ihrem Glas und fischte einen davon heraus. „Ich sage das nicht einfach so. Ich habe tatsächlich vor nichts Angst. Anfangs fasziniert das die meisten Menschen. Doch wenn sie mich dann einige Zeit kennen, ein paar mal mit mir unterwegs waren, sind sie nicht mehr fasziniert, sondern irritiert. Immerhin bin ich doch eigentlich nur ein ganz normaler Mensch. Und dann auch noch ein Mädchen.“ Sie schnaubte verächtlich. „Als wäre das ein Grund, um Angst zu haben. Viel zu viele Menschen verstecken sich hinter Ausreden. Und lassen sich bei jeder Entscheidung von Angst leiten. Angst vor dem Versagen. Angst vor Gewalt. Angst vor der Meinung anderer. Angst vor Verlust. Ich jedoch nicht.“
Sie beobachtete angestrengt, wie der  Eiswürfel zwischen ihren Fingern zu schmelzen begann. Leise sprach sie weiter: „Irgendwann werfen sie mir dann vor, dass ich verrückt bin. Lebensmüde. Absolut gefühlskalt.“
Ihr Blick richtete sich wieder auf ihn. Abwartend.
Er überlegte kurz, trank einen Schluck von seinem Whisky, überlegte nochmal. Endlich sagte er etwas. „Du hast also vor nichts Angst?“
Sie konnte seine Stimme nicht deuten, sie klang völlig neutral.
Beinahe entschuldigend schüttelte sie den Kopf.
Er zuckte mit den Schultern. „Was kümmert es mich, VOR was du Angst hast? Viel wichtiger ist doch, UM was du Angst hast. Das sagt viel mehr über dich aus. Darüber, was dir wichtig ist.“
Zuerst starrte sie ihn überrascht an. Dann breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht aus.

Leseprobe VI

Banner lang

Evanna Athos und die Zeiten der Macht ist nun seit über acht Monaten auf dem Markt. Erschreckend, wie die Zeit vergeht!
Für alle, die das Buch noch immer nicht gelesen haben (jetzt ist der Zeitpunkt, an dem das schlechte Gewissen an euch nagen sollte), habe ich in den letzten Wochen die ein oder andere Leseprobe veröffentlicht, um euch ordentlich neugierig zu machen.
Hier geht’s zur ersten Leseprobe, hier zur zweiten, hier zur dritten, hier zur vierten und hier zur vorangegangenen.
Und heute gibt’s die letzte Leseprobe…

(Bei diesen ganzen Online-Buchhändlern kann man die ersten Kapitel probelesen. Aber das kann ja wohl jeder. Für euch treue Blogleser habe ich Stellen mitten aus dem Buch.
Zur Erklärung: Evanna, ein typisches Strebermädchen, dessen Vater spurlos verschwand, geht mittlerweile in Angleridge, einem britischen Internat, zur Schule. Dort stellt sie aber schon bald fest, dass der Unterricht ganz anders ist, als in Deutschland. Irgendwann wird ihr das zu bunt und sie führt mitten im Unterricht eine hitzige Diskussion mit dem Rektor, Mr Severin. Der ist davon wenig begeistert und möchte sie abends in seinem Büro sprechen. Evanna befürchtet, dass sie nun von der Schule fliegt. Ausgerechnet jetzt, wo sie endlich Freunde gefunden hat. Bis sie zu Severin muss, verzieht sich Evanna in das letzte Eck von Angleridge, um von den anderen Schülern, die ihre Diskussion mitbekommen haben, in Ruhe gelassen zu werden.)

Da hörte Evanna wieder Schritte. Schritte, die schnell näher kamen. Sie hatte gerade noch Zeit das Buch hinter ihrem Rücken verschwinden zu lassen, als auch schon eine große Gestalt um die nächste Ecke gerauscht kam. Zu ihrer Erleichterung war es jedoch kein Lehrer, der auf sie zueilte. Es war Austin.
»Da bist du ja! Ich hab dich schon überall gesucht«, keuchte er und baute sich direkt vor ihr auf. »Ich muss dringend mit dir reden!« Dafür, dass er sie wochenlang komplett ignoriert hatte, wirkte er jetzt erstaunlich besorgt.
Evanna kniff die Augen zusammen. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Ihr würde Mr Severin schon reichen, da brauchte sie nicht auch noch eine Standpauke von Austin. Vermutlich hatte er nur Angst, dass man ihn als Schülersprecher verantwortlich machen würde für ihr Verhalten.
»Muss das sein?«, fragte Evanna also wenig begeistert.
»Ja«, sagte er bestimmt. Er atmete noch immer heftig, als wäre er gerade vom anderen Ende der Schule her gerannt.
»Und wenn ich nicht mit dir reden möchte?« Ihre Stimme klang mutiger, als sie sich fühlte.
Er verdrehte die Augen: »Jetzt stell dich nicht so an, es ist wirklich dringend. Du musst schon um halb neun bei Mr Severin sein.«
»Ich weiß, danke fürs Erinnern«, gab Evanna schnippisch zurück. Als bräuchte sie Austins Hinweis.
Der Junge ignorierte ihren Tonfall. Er sah sie ernst an und sagte schließlich: »Ich möchte mich bei dir entschuldigen.«
Evanna stutzte. Von allen Dingen, die sie erwartet hatte, war das ungefähr das allerletzte gewesen.
»Und zwar dafür, dass ich dich unterschätzt habe. Du erinnerst dich noch an unser letztes Gespräch?«
Das Mädchen nickte. Als ob es Austins seltsames Verhalten vergessen hätte!
Austin fuhr fort: »Ja, natürlich. Da habe ich dir vorgeworfen, dass du einfach blind alles glaubst, was Lehrer sagen. Aber das tust du wohl doch nicht. Und dafür bin ich dir dankbar.«
Ungläubig starrte Evanna ihn an. Wollte er sich etwa über sie lustig machen? Sie wird höchstwahrscheinlich von der Schule fliegen und er bedankt sich dafür?
Falls das ein Scherz sein sollte, hatte er eine seltsame Art von Humor.
Austin fuhr fort: »Danke, dass du doch endlich die Wahrheit erkannt hast. Es hätte zwar bessere Möglichkeiten gegeben, das zu zeigen«, er seufzte »aber das kriegen wir schon hin…«
»Wovon redest du eigentlich?«, unterbrach Evanna ihn, völlig irritiert.
Aber er ignorierte ihre Frage.
»Das Wichtigste ist jetzt erst einmal, dass du dich nachher bei Severin entschuldigst. Sag, dass dich dieses Schulbuch verwirrt hat. Dass du in Deutschland jahrelang mit seltsamen Geschichten aufgewachsen bist. Und erst jetzt durch seine Erklärung ist dir bewusst geworden, was das doch für ein Schwachsinn war.«
Evanna sah ihn entgeistert an: »Was redest du da? Das, was wir in Deutschland gelernt haben, war kein Schwachsinn! Und ich werde es auch nicht behaupten. Ich werde mich für meine Unverschämtheit entschuldigen. Nicht mehr und nicht weniger.« Genau das war der Plan gewesen, den sich ihr Unterbewusstsein in den letzten Stunden zurechtgelegt hatte. »Aber ich werde nicht Tatsachen leugnen.«
Es überraschte sie, dass Austin einfach nur zu grinsen begann. Dann meinte er gönnerhaft: »Deine Sturheit gefällt mir. Aber vielleicht übertreibst du auch ein wenig. Denn nicht alles, was in dem Geschichtsbuch stand, war falsch. Die Tatsachen wurden nur so hingedreht, dass jeder Leser falsche Schlüsse ziehen muss.« Er sah sie ernst an. »Wahrheit ist immer relativ. Das solltest du dir merken. Und es sind immer die Sieger, die die Geschichte schreiben. Außer es sind schlechte Verlierer.«
Trotzig schob Evanna das Kinn vor. Sie hatte keine Ahnung wovon Austin sprach und sie hasste es, wenn sie etwas nicht verstand. Weil Austin keine Anstalten machte mehr zu erklären, beschloss sie, dass es ihr hier zu viel wurde: »Wenn du mich bitte entschuldigen würdest, ich gehe jetzt meinen Schulverweis abholen.«
Sie packte »Momo«, stand auf und wandte sich zum Gehen.
Doch Austin hielt sie zurück. »Severin wird dich auf keinen Fall von der Schule verweisen«, sagte er.
Evanna hielt inne. Ein Flämmchen Hoffnung keimte in ihr auf. Der Schülersprecher wusste über solche Dinge bestimmt besser Bescheid. Vielleicht hatte Mr Severin tatsächlich Nachsicht mit ihr und sie müsste nur nachsitzen.
Zögernd sah sie zu Austin auf: »Wird er nicht?«
»Wird er nicht«, bestätigte er. »Er wird ganz andere Dinge mit dir machen.«
»Und die wären?«
Austin schien angestrengt nachzudenken, als suche er nach den richtigen Worten. Dann sagte er schließlich, so ruhig, dass Evanna ihn beinahe nicht verstanden hätte: »Severin könnte dich einfach verschwinden lassen… Er könnte es mit dir machen, wie mit deinem Vater.«

Das war die letzte Leseprobe aus Band 1. Ich hoffe, ihr seid jetzt neugierig genug, um sofort in den nächsten Buchladen zu stürzen.
Oder ihr kauft es z. B. bei Amazon | Thalia | bücher.de

Hasenherz & Löwenherz

Kaninchen

Ich bin ein hasenherziges Mädchen.
Mein Mut passt in einen Fingerhut.
Du empfiehlst mir, so zu tun als ob. Das ist fast so gut, als wäre ich es tatsächlich.
Aber alles, was ich schaffe, ist meine Rehaugen zu schließen, wenn die Angst mich übermannt.
Totstellen ist auch eine Art zu überleben, behaupte ich.
Angst ist dazu da, überwunden zu werden, behauptest du.
Mir fällt ein, dass du das auch über Mauern sagtest. Dabei pflegst du alle Mauern bedingungslos einzureißen.
Vielleicht sollte ich meinen Hasen also erschießen.
Und mir stattdessen einen Löwen zulegen.

Faustkampf

Faust

Du denkst mit deinen Fäusten
und öffnest nicht mal die Augen dafür.
Das ganze Leben ist ein Kampf,
den du mit deinen Muskeln gewinnst.
Deine zerschrammten Knöchel,
deine gebrochenen Rippen,
deine geschwollenen Lippen,
verbergen doch nicht
dein leeres Herz.
Schmerz auf Schmerz
als Antwort auf alle Fragen.
Als Antwort auf alles Fliehen.
Als Antwort auf alles Fühlen.