Never Judge a Book by its Cover

Evanna Athos und die Magie des Waldes

Ja ja, es kommt auf den Inhalt an, Äußerlichkeiten sind nebensächlich.
Und dennoch, der 1. Eindruck ist so wichtig, weil er bleibt.

Aber ich spreche hier nicht über Menschen. Sondern über Bücher.
Genauer gesagt, über mein Buch. Nummer 2.
Denn mir liegt der finale Coverentwurf vor. Und ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber ich bin begeistert.

Dieses Mal habe ich mich nämlich nicht selbst mit Fotos abgekämpft, mit Schriftgrößen, Schattierungen, Millimeterarbeit. Nein, dieses Mal habe ich eine Fachfrau gefragt. Und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. (Meine Nerven sind auch sehr dankbar!)

Was haltet ihr davon?

An alle meine Instagram-Follower da draußen: Ich muss euch warnen! In den nächsten Wochen und Monaten werdet ihr das Cover in allen möglichen Variationen sehen, ständig, überall, bis es euch in euren Träumen verfolgen wird…
Denn bis zur Veröffentlichungen ist es nicht mehr lang!

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Jedes Ding bei seinem wahren Namen nennen – Teil 2

Die Magie des Waldes

Letztes Jahr – bei Band 1 – schrieb ich:
„Der Titel steht. Und die Selbstsicherheit wankt.“

Dieses Jahr – bei Band 2 – schreibe ich:
„Der Titel steht. Und die Veröffentlichung wankt.“

Eigentlich wollte ich diesen Monat Band 2 meiner Trilogie um Evanna Athos veröffentlichen. Dann, als das Buch eigentlich schon beinahe fertig lektoriert war, erkannte ich einen mittelschweren Fehler. Meine Testleser fanden es alle nicht so schlimm. Ich jedoch fand es umso schlimmer.
Das bedeutet nun, dass ich nochmal einiges überarbeiten (bzw. bestimmt mindestens 50 Seiten zusätzlich schreiben) muss.
Gut, dass ich sowieso kein Sommerkind bin. Denn den August werde ich jetzt vor meinem Laptop verbringen. Um euch hoffentlich im September dann stolz meinen 2. Band zeigen zu können. Der noch ein Stück spannender wird als Band 1… (Spoiler: Natürlich kommt auch Austin wieder vor!)

Genug aus dem Nähkästchen geplaudert.
Hier kommt der Titel (Trommelwirbel bitte!)

Evanna Athos und die Magie des Waldes

Leseprobe VI

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Evanna Athos und die Zeiten der Macht ist nun seit über acht Monaten auf dem Markt. Erschreckend, wie die Zeit vergeht!
Für alle, die das Buch noch immer nicht gelesen haben (jetzt ist der Zeitpunkt, an dem das schlechte Gewissen an euch nagen sollte), habe ich in den letzten Wochen die ein oder andere Leseprobe veröffentlicht, um euch ordentlich neugierig zu machen.
Hier geht’s zur ersten Leseprobe, hier zur zweiten, hier zur dritten, hier zur vierten und hier zur vorangegangenen.
Und heute gibt’s die letzte Leseprobe…

(Bei diesen ganzen Online-Buchhändlern kann man die ersten Kapitel probelesen. Aber das kann ja wohl jeder. Für euch treue Blogleser habe ich Stellen mitten aus dem Buch.
Zur Erklärung: Evanna, ein typisches Strebermädchen, dessen Vater spurlos verschwand, geht mittlerweile in Angleridge, einem britischen Internat, zur Schule. Dort stellt sie aber schon bald fest, dass der Unterricht ganz anders ist, als in Deutschland. Irgendwann wird ihr das zu bunt und sie führt mitten im Unterricht eine hitzige Diskussion mit dem Rektor, Mr Severin. Der ist davon wenig begeistert und möchte sie abends in seinem Büro sprechen. Evanna befürchtet, dass sie nun von der Schule fliegt. Ausgerechnet jetzt, wo sie endlich Freunde gefunden hat. Bis sie zu Severin muss, verzieht sich Evanna in das letzte Eck von Angleridge, um von den anderen Schülern, die ihre Diskussion mitbekommen haben, in Ruhe gelassen zu werden.)

Da hörte Evanna wieder Schritte. Schritte, die schnell näher kamen. Sie hatte gerade noch Zeit das Buch hinter ihrem Rücken verschwinden zu lassen, als auch schon eine große Gestalt um die nächste Ecke gerauscht kam. Zu ihrer Erleichterung war es jedoch kein Lehrer, der auf sie zueilte. Es war Austin.
»Da bist du ja! Ich hab dich schon überall gesucht«, keuchte er und baute sich direkt vor ihr auf. »Ich muss dringend mit dir reden!« Dafür, dass er sie wochenlang komplett ignoriert hatte, wirkte er jetzt erstaunlich besorgt.
Evanna kniff die Augen zusammen. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Ihr würde Mr Severin schon reichen, da brauchte sie nicht auch noch eine Standpauke von Austin. Vermutlich hatte er nur Angst, dass man ihn als Schülersprecher verantwortlich machen würde für ihr Verhalten.
»Muss das sein?«, fragte Evanna also wenig begeistert.
»Ja«, sagte er bestimmt. Er atmete noch immer heftig, als wäre er gerade vom anderen Ende der Schule her gerannt.
»Und wenn ich nicht mit dir reden möchte?« Ihre Stimme klang mutiger, als sie sich fühlte.
Er verdrehte die Augen: »Jetzt stell dich nicht so an, es ist wirklich dringend. Du musst schon um halb neun bei Mr Severin sein.«
»Ich weiß, danke fürs Erinnern«, gab Evanna schnippisch zurück. Als bräuchte sie Austins Hinweis.
Der Junge ignorierte ihren Tonfall. Er sah sie ernst an und sagte schließlich: »Ich möchte mich bei dir entschuldigen.«
Evanna stutzte. Von allen Dingen, die sie erwartet hatte, war das ungefähr das allerletzte gewesen.
»Und zwar dafür, dass ich dich unterschätzt habe. Du erinnerst dich noch an unser letztes Gespräch?«
Das Mädchen nickte. Als ob es Austins seltsames Verhalten vergessen hätte!
Austin fuhr fort: »Ja, natürlich. Da habe ich dir vorgeworfen, dass du einfach blind alles glaubst, was Lehrer sagen. Aber das tust du wohl doch nicht. Und dafür bin ich dir dankbar.«
Ungläubig starrte Evanna ihn an. Wollte er sich etwa über sie lustig machen? Sie wird höchstwahrscheinlich von der Schule fliegen und er bedankt sich dafür?
Falls das ein Scherz sein sollte, hatte er eine seltsame Art von Humor.
Austin fuhr fort: »Danke, dass du doch endlich die Wahrheit erkannt hast. Es hätte zwar bessere Möglichkeiten gegeben, das zu zeigen«, er seufzte »aber das kriegen wir schon hin…«
»Wovon redest du eigentlich?«, unterbrach Evanna ihn, völlig irritiert.
Aber er ignorierte ihre Frage.
»Das Wichtigste ist jetzt erst einmal, dass du dich nachher bei Severin entschuldigst. Sag, dass dich dieses Schulbuch verwirrt hat. Dass du in Deutschland jahrelang mit seltsamen Geschichten aufgewachsen bist. Und erst jetzt durch seine Erklärung ist dir bewusst geworden, was das doch für ein Schwachsinn war.«
Evanna sah ihn entgeistert an: »Was redest du da? Das, was wir in Deutschland gelernt haben, war kein Schwachsinn! Und ich werde es auch nicht behaupten. Ich werde mich für meine Unverschämtheit entschuldigen. Nicht mehr und nicht weniger.« Genau das war der Plan gewesen, den sich ihr Unterbewusstsein in den letzten Stunden zurechtgelegt hatte. »Aber ich werde nicht Tatsachen leugnen.«
Es überraschte sie, dass Austin einfach nur zu grinsen begann. Dann meinte er gönnerhaft: »Deine Sturheit gefällt mir. Aber vielleicht übertreibst du auch ein wenig. Denn nicht alles, was in dem Geschichtsbuch stand, war falsch. Die Tatsachen wurden nur so hingedreht, dass jeder Leser falsche Schlüsse ziehen muss.« Er sah sie ernst an. »Wahrheit ist immer relativ. Das solltest du dir merken. Und es sind immer die Sieger, die die Geschichte schreiben. Außer es sind schlechte Verlierer.«
Trotzig schob Evanna das Kinn vor. Sie hatte keine Ahnung wovon Austin sprach und sie hasste es, wenn sie etwas nicht verstand. Weil Austin keine Anstalten machte mehr zu erklären, beschloss sie, dass es ihr hier zu viel wurde: »Wenn du mich bitte entschuldigen würdest, ich gehe jetzt meinen Schulverweis abholen.«
Sie packte »Momo«, stand auf und wandte sich zum Gehen.
Doch Austin hielt sie zurück. »Severin wird dich auf keinen Fall von der Schule verweisen«, sagte er.
Evanna hielt inne. Ein Flämmchen Hoffnung keimte in ihr auf. Der Schülersprecher wusste über solche Dinge bestimmt besser Bescheid. Vielleicht hatte Mr Severin tatsächlich Nachsicht mit ihr und sie müsste nur nachsitzen.
Zögernd sah sie zu Austin auf: »Wird er nicht?«
»Wird er nicht«, bestätigte er. »Er wird ganz andere Dinge mit dir machen.«
»Und die wären?«
Austin schien angestrengt nachzudenken, als suche er nach den richtigen Worten. Dann sagte er schließlich, so ruhig, dass Evanna ihn beinahe nicht verstanden hätte: »Severin könnte dich einfach verschwinden lassen… Er könnte es mit dir machen, wie mit deinem Vater.«

Das war die letzte Leseprobe aus Band 1. Ich hoffe, ihr seid jetzt neugierig genug, um sofort in den nächsten Buchladen zu stürzen.
Oder ihr kauft es z. B. bei Amazon | Thalia | bücher.de

Leseprobe V

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Evanna Athos und die Zeiten der Macht ist nun seit ziemlich genau einem halben Jahr auf dem Markt. Erschreckend, wie die Zeit vergeht!
Für alle, die das Buch noch immer nicht gelesen haben (jetzt ist der Zeitpunkt, an dem das schlechte Gewissen an euch nagen sollte), möchte ich in den nächsten Wochen die ein oder andere Leseprobe veröffentlichen, um euch ordentlich neugierig zu machen.
Hier geht’s zur ersten Leseprobe, hier zur zweiten, hier zur dritten und hier zur vorangegangenen.

(Bei diesen ganzen Online-Buchhändlern kann man die ersten Kapitel probelesen. Aber das kann ja wohl jeder. Für euch treue Blogleser habe ich eine Stelle mitten aus dem Buch. Zur Erklärung: Evanna, ein typisches Strebermädchen, dessen Vater spurlos verschwand, geht mittlerweile in Angleridge, einem britischen Internat, zur Schule. Dort stellt sie aber schon bald fest, dass der Unterricht ganz anders ist, als in Deutschland. Als sie dann eine absolut unlogische Stelle in einem Buch findet, beschließt sie, den Rektor darauf anzusprechen…)

Am nächsten Mittwoch ging sie gleich zu Beginn der Geschichtsstunde zum Lehrerpult. Obwohl sie schon in Deutschland oft genug mit Lehrern diskutiert hatte, schlug ihr das Herz doch bis zum Hals. Immerhin wollte sie hier nicht so sein, wie sie es in Deutschland gewesen war.
Ein Teil in ihr aber wollte die seltsamen Behauptungen in diesem Geschichtsbuch nicht hinnehmen. Etwas so Unlogisches konnte sie einfach nicht ignorieren.
Sie nahm also ihren ganzen Mut zusammen und zeigte dem irritiert wirkenden Mr Severin den Text.
Einige Schüler aus den ersten Reihen hörten neugierig zu, doch da sie das Buch nicht sahen, verstanden sie zunächst nicht, worüber Evanna mit dem Lehrer redete.
Mr Severin überflog die Stellen, die Evanna sich markiert hatte. Danach sah er sie geduldig mit seinen kleinen, wässrigen Augen an und fragte: »Und wo ist Ihr Problem, Miss Athos?«
Sofort fühlte sie sich entmutigt. Eigentlich hatte Evanna gehofft, er würde augenblicklich bemerken, dass da etwas nicht stimmen konnte. Zögernd begann sie zu erklären: »Na ja, wir haben in Deutschland immer gelernt, dass Mahatma Gandhi friedlich gekämpft hatte. Niemals hätte er seine Anhänger zu Gewalt aufgerufen. Und auch diese Behauptung des wirtschaftlichen Zusammenbruchs… So schlecht geht es dem Land doch gar nicht. Im Gegenteil: Indien wird langsam aber sicher zu einer Industrienation.«
»Nein, Miss Athos«, widersprach Severin, »Sie können hier doch selbst lesen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Jegliches wirtschaftliches Wachstum, das Indien heute noch erlebt, ist allein auf seine Zeit als britische Kolonie zurückzuführen. Dass Ihre Ausbildung in Deutschland wohl nicht die Beste war, haben Sie, Miss Athos, doch sicher selbst schon festgestellt.« Missbilligend schüttelte er den Kopf. »Und zuletzt muss ich an Ihre Logik appellieren. Es kann keinen friedlichen Kampf geben. Entweder man kämpft oder man ist friedlich.« Zufrieden mit seiner Erklärung lehnte sich der Rektor in seinem Stuhl zurück.
Evanna aber wollte nicht so schnell aufgeben – sie fühlte sich missverstanden: »Aber jeder weiß, dass Mahatma Gandhi ohne Gewalt gekämpft hat. Er trat in Hungerstreiks und organisierte Protestmärsche. Und hat so die Bevölkerung begeistert. Aber immer ohne Waffen. Dabei können unmöglich so viele Leute gestorben sein.«
Mittlerweile herrschte im Zimmer Totenstille. Die ganze Klasse hörte gespannt zu. Sie hatte es noch nie erlebt, dass jemand mit Mr Severin über ein Schulthema, das noch dazu klar und deutlich in einem Buch stand, diskutieren wollte.
Diese gespannte Aufmerksamkeit war auch Severin nicht entgangen. Bedrohlich langsam lehnte er sich wieder zu Evanna. »Bitte widersprechen Sie mir nicht, Miss Athos.« Seine Stimme war noch immer freundlich, doch seine Augen waren gefährlich klein geworden.
Davon ließ sich Evanna nicht unterkriegen. Sie hatte schon oft genug mit Lehrern diskutiert. »Ich habe dutzende Bücher gelesen, die alle das Gegenteil dieses Textes sagen. Gandhi war gegen Gewalt. Und Gandhi war und ist bis heute ein indischer Held!«, beharrte sie.
Der Rektor erwiderte kalt: »Nur weil Gandhi behauptete, dass er gegen Gewalt sei, heißt das noch lange nicht, dass er seinen Anhängern davon abgeraten hat. Miss Athos, es gibt einen großen Unterschied zwischen Worten und Taten. Und er hat dem indischen Volk mit seinem Kampf nichts Gutes getan. Sehen Sie diese Grafik?«
Er tippte auf ein Diagramm in dem Buch, auf dem die Anzahl der in Armut lebender Menschen in Indien dargestellt wurde. Seit 1948 wurden die Balken schlagartig immer höher.
Mr Severin fuhr fort: »Es gibt immer mehr in Armut lebende Menschen, was an dem völlig sinnfreien Kastensystem der Inder liegt. Als Indien noch zu Großbritannien gehörte, wurde ständig dagegen vorgegangen, aber…«
Evanna wollte ihn unterbrechen, doch er schnitt ihr sofort das Wort ab. »Bitte lassen Sie mich ausreden, Miss Athos.«
Ungeduldig hörte Evanna ihm zu, während er noch weiter darüber redete, wie gut es Indien während der britischen Herrschaft ergangen war, was Großbritannien alles für seine Kolonien getan hatte und wie schlecht es dem Land nun geht.
»Und das ist Gandhis Schuld«, schloss er endlich. Dieser Satz war keine einfache Belehrung mehr. Es war eine Tatsache, die Severin gerade mit jeder Silbe in Stein gemeißelt hatte.
Evanna wollte nicht glauben, was sie da hörte. Es konnte doch nicht sein, dass Mr Severin ernsthaft dem Buch recht gab. Sie begann erneut: »Aber es weiß doch jeder, dass…«
Der Rektor fuhr ihr unwirsch dazwischen: »Es weiß jeder, dass Gandhi nicht so unschuldig war, wie er immer tat. Und jetzt setzen Sie sich, Miss Athos.«
Ungläubig starrte Evanna ihn an. »Das ist doch…«
»Sofort!«
Evanna zuckte zusammen. Diese Diskussion war eindeutig beendet.
Sie ging geduckt wie ein geprügelter Hund zu ihrem Platz neben Mila. Alle Blicke folgten ihr.
Na super!, dachte sie frustriert. So viel zum Thema: Nicht auffallen.
Kaum war sie an ihrem Platz angekommen, zischte Mila: »Was sollte denn das werden?« In ihrer Aufregung war sie in einen starken russischen Akzent gefallen. Sie wirkte fast schon entsetzt.
Noch ehe Evanna antworten konnte, hörte sie Mr Severins Stimme: »Ihr Buch, Miss Athos.« Er hielt das Buch aus der Bibliothek in der Hand und wartete, dass sie umdrehte, um es sich zu holen. Doch ohne nachzudenken antwortete sie, mit einem leichten Beben in der Stimme: »Danke, aber das werde ich nicht mehr brauchen. Darin gibt es wohl einige Texte, die nicht stimmen.«
Die ganze Klasse hielt die Luft an. Alle Augen waren auf Evanna gerichtet. Man hätte hören können, wie Severins Schuppen auf seinen Pullover fallen.
Noch nie hatte es jemand gewagt, so unverschämt mit dem Rektor zu sprechen.
»Kommen Sie doch heute Abend in mein Büro, Miss Athos«, sagte der Lehrer endlich, mit einer so schmierig-freundlichen Stimme, dass Evanna Gänsehaut bekam.

Wer mehr lesen möchte: Das Buch könnt ihr überall kaufen, wo es Bücher gibt.
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5 Minuten berühmt

Evanna Athos Band 1

Erkenntnisse des Tages: Die eigene Stimme hören ist immer schrecklich. Und niemand rollt das R so schön wie ich 😂

Durch eine nette alte Schulkameradin und einer kleinen Portion Mut kam es, dass unser lokaler Fernsehsender einen kleinen Bericht über mich erstellt hat. (Oder wie sagt man da im Fernsehen?)

Wer also meinen wundertollen allgäuer Dialekt hören will und schon immer wissen wollte, wie ich in eine Kamera stottern kann, einfach bei AllgäuTV die Nachrichten von heute, 03.07.2018, anschauen und bis Minute 24 vorspulen.
Autogramme gibt es dann später 😂

Hier geht’s direkt zur Mediathek

Und falls jemand das Buch lesen möchte, das ist überall erhältlich, wo es Bücher gibt.
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Leseprobe IV

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Evanna Athos und die Zeiten der Macht ist nun seit ziemlich genau einem halben Jahr auf dem Markt. Erschreckend, wie die Zeit vergeht!
Für alle, die das Buch noch immer nicht gelesen haben (jetzt ist der Zeitpunkt, an dem das schlechte Gewissen an euch nagen sollte), möchte ich in den nächsten Wochen die ein oder andere Leseprobe veröffentlichen, um euch ordentlich neugierig zu machen.
Hier geht’s zur ersten Leseprobe, hier zur zweiten und hier zur dritten.
Jetzt lernt ihr endlich meine Lieblingsperson kennen! Nachdem Evanna’s Vater spurlos verschwand und ihr so seltsame Dinge passierten, dass sie allmählich an ihrem Verstand zweifelte, bekam sie plötzlich eine Einladung von Mr Severin. Sie darf nach Angleridge, einem britischen Internat für besonders begabte Schüler. Doch in Angleridge angekommen stellt Evanna schnell fest, dass sie auch hier irgendwie besonders zu sein scheint. Weil sie viel älter ist als alle anderen Neuankömmlinge…
Um sich in der Schule schnell zurechtfinden zu können, bekommt sie eine Führung durch das Gebäude. Vom Schülersprecher Austin. Dem besten Charakter, den ich je erschaffen habe. Er ist alle Menschen, die mich verunsichern. Alle Menschen, die mich beeindrucken. Alle Menschen, die mir ordentlich auf die Nerven gehen. Und er wird im Laufe des Buches immer nerviger besser!

Also nahm Evanna ihren Mut zusammen und begann, als er gerade nichts erklärte, zögernd, aber mit herausforderndem Unterton: »Kannst du mir vielleicht eine Frage beantworten?«
Austin drehte sich überrascht zu ihr um. »Kommt ganz darauf an, was du wissen willst.«
»Was für Gerüchte gibt es eigentlich über mich? Irgendwie scheint mich jeder zu kennen und mich für etwas Besonderes zu halten. Weil ich fünf Jahre später kommen durfte, als alle Anderen…« Sie stockte. »Und du scheinst das Ganze eher lustig zu finden.«
Er sah sie komisch an, aber nur für einen kurzen Moment, dann richtete er seinen Blick auf den Gang vor ihnen. »Mach dir darüber mal keine Gedanken. Wenn sich Menschen etwas nicht erklären können, dann erfinden sie eine eigene Wahrheit. So sind schon früher die Märchen entstanden. Als die Schüler mitbekamen, dass da ein sechzehnjähriges Mädchen kommt, dachte jeder, dass du irgendeine Fähigkeit haben oder sonst in irgendeiner Weise etwas Außergewöhnliches sein musst.« Er unterbrach seine Erklärung kurz, um auf die Zimmer der rechten Seite zu deuten: »Darin finden die Literaturkurse statt.«
»Ich weiß«, antwortete Evanna unwirsch. Sie wollte, dass er ihr mehr von den Gerüchten erzählte. Immerhin klang seine Erklärung wenigstens vernünftig (wenn auch nicht so lustig wie Ida’s Verschwörungstheorien). Er fuhr also fort: »Viele hatten vermutet, dass du berühmt bist oder zumindest sehr berühmte und einflussreiche Eltern haben musst. Sie hätten kurz gesagt mit einer reichen, verzogenen Tussi gerechnet, für die man eben eine Ausnahme macht. Aber dann bist du aufgetaucht und sie waren enttäuscht. Sie können an dir nichts Außergewöhnliches finden. Du bist weder berühmt, noch hast du berühmte Eltern. Und im Bus bist du lieber bei einem kleinen, schweigsamen Jungen gesessen, anstatt dir gleich richtige Freunde zu suchen, wie sie es nennen. Du hast dich einfach nicht wie jemand benommen, der wichtig wäre.«
Angriffslustig schob Evanna das Kinn vor. »Aber was glauben die denn? Natürlich bin ich nichts Besonderes! Dass ich so spät noch kommen durfte, lag sicher nur daran, dass ich erst im letzten Schuljahr nur noch Bestnoten hatte. Davor war ich scheinbar nicht gut genug. Man kann es von mir aus Zufall nennen, dass man mir so spät noch die Chance gegeben hat. Oder meinetwegen Glück.«
»Bist du dir da sicher?«, fragte Austin in einem Tonfall, den Evanna nicht deuten konnte.
»Natürlich!«
»Aber warum sollte man dann für dich eine Ausnahme machen? Warum hat man dich nicht einfach schon vor Jahren eingeladen. Oder es nicht ganz gelassen?« Austin sah sie prüfend an.
Genau das waren die Fragen, die auch Evanna sich gestellt hatte. »Das müsstest du mal Mr Severin fragen. Der wollte ja so dringend, dass ich komme«, sagte sie schließlich trotzig.
»Mr Severin teilt nicht all seine Gedanken und Beweggründe mit seinen Schülern.« Irgendetwas an dem, wie Austin das sagte, gab Evanna das Gefühl, dass er etwas verschwieg.
»Du kennst den Grund aber trotzdem, stimmt’s?«
Austin schwieg. Er hätte sein Ja nicht lauter herausschreien können. Doch er machte keinerlei Anstalten, etwas von seinem Wissen preiszugeben.
Stattdessen kam er wieder auf die Gerüchte zu sprechen: »An deiner Stelle würde ich mir keine Gedanken über dieses Gerede machen. Sie kennen dich nicht«, sagte er schlicht. »Sie hatten noch keine Möglichkeit, dich kennen zu lernen und trotzdem versuchen sie schon, dich zu beurteilen. Sie wollen dich in eine Schublade stecken. Das kann nur schief gehen. Warte noch ein paar Tage oder Wochen, dann werden sie merken, dass sie an dir nichts Außergewöhnliches feststellen können.« Nach kurzem Zögern fügte er hinzu: »Zumindest nicht so etwas, was sie erwartet hätten.«
Den letzten Satz verstand Evanna nicht. Wollte Austin damit einfach sagen, dass jeder auf seine Art außergewöhnlich ist? Doch Austin wirkte nicht wie ein Mensch, der Jeder ist besonders, liebe dich selbst predigte.
Er spielte ganz sicher auf den Grund an, weshalb Mr Severin sie so spät noch nach Angleridge geholt hatte. Doch was konnte das sein?

Wer mehr lesen möchte: Das Buch könnt ihr überall kaufen, wo es Bücher gibt.
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Leseprobe III

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Evanna Athos und die Zeiten der Macht ist nun seit ziemlich genau einem halben Jahr auf dem Markt. Erschreckend, wie die Zeit vergeht!
Für alle, die das Buch noch immer nicht gelesen haben (jetzt ist der Zeitpunkt, an dem das schlechte Gewissen an euch nagen sollte), möchte ich in den nächsten Wochen die ein oder andere Leseprobe veröffentlichen, um euch ordentlich neugierig zu machen.
Hier geht’s zur ersten Leseprobe und hier zur zweiten. Evannas Vater verschwindet spurlos. Eigentlich ist das Grund genug, um sich völlig aus der Bahn geworfen zu fühlen. Doch dann passiert das nächste Ereignis, dass sich Evanna nicht erklären kann…

Evanna hing ihren Gedanken nach. Früher war sie immer mit ihrem Papa hier im Garten gestanden, um Vogelfutter hinauszubringen. Trotz der Kälte hatten sie die Vögel ewig beobachtet. In dieser Zeit hatte sie am meisten mit ihm geredet. Er hatte ihr beigebracht, die Vogelarten zu unterscheiden. Und sie hatte ihm von der Schule oder von Büchern erzählt. Den einzigen beiden Themen, bei denen sie mehr vorzuweisen hatte als ihre kleine Schwester Aurora.
Ein Seufzer entfuhr ihr und bildete Wolken vor ihrem Mund. Wie sehr sie es vermisste, jemanden zum Reden zu haben.
Ihr Blick fiel auf den kleinen, halb eingeschneiten Zwerg. Er war zwar keine gute Unterhaltung, aber immerhin ein bisschen Gesellschaft. Vorsichtig wischte sie ihm die Schneehaube vom Kopf. »Damit dir dein Kopf nicht einfriert«, sagte sie mit einem wehmütigen Lächeln. So sehr ihr Vater die Figuren auch gehasst hatte, er hatte es trotzdem nicht übers Herz gebracht, sie einfach wegzuwerfen.
Plötzliche durchlief sie ein warmer Schauer. Ihre Hand, die sie auf den Gartenzwerg gelegt hatte, fühlte sich trotz des kalten Schnees auf einmal ganz heiß an. Sie spürte ein leichtes Kribbeln in den Fingern.
Erst noch dachte sie, dass sie sich getäuscht hatte, weil der Schnee einfach so kalt war.
Doch ihre Hand schien zu glühen.
»Wie ich es schon einmal bei Nathanael gesehen habe«, schoss es ihr sofort durch den Kopf.
Außerdem ging ein glitzernder Schein von ihrer Haut aus. Erschrocken zog sie ihre Finger von dem Gartenzwerg weg und schüttelte sie. Es fühlte sich an, als hätte sie ihre Hand ins Feuer gelegt. Nur hatte es nicht wehgetan. Im Gegenteil, das Kribbeln war sogar fast angenehm gewesen. Doch so schnell wie es gekommen war, verschwand das Gefühl auch wieder.
Evanna sah ihre Hand genauer an. Sie wirkte wieder ganz normal. Nichts tat weh, nichts glühte mehr. Sie war nur ungewöhnlich warm. Es war ein wenig so, wie wenn ihre Hände oder Zehen im Winter fürchterlich kalt waren und dann auf einen Schlag wieder richtig warm wurden. Doch dabei hatte ihre Haut noch nie so seltsam geschimmert.
Sie drehte ihre Hand noch einmal um, konnte aber einfach nichts Außergewöhnliches erkennen.
Da bemerkte sie eine Bewegung neben sich auf der Bank. Sie wandte den Blick von ihrer Hand ab und sah nach rechts: Der Zwerg hatte seinen Kopf gehoben und schaute sie an!
Schnell schloss sie die Augen. Halluzinierte sie etwa? Langsam zählte sie bis drei. Dann öffnete sie ihre Augen wieder.
Aber sie hatte sich nicht getäuscht. Der Zwerg sah sie tatsächlich mit seinen kleinen, schwarzen Augen an. Und da! Jetzt schüttelte er sich den restlichen Schnee von seiner grünen Hose und dem roten Oberteil.
»Puh ist das kalt!«, schimpfte er mit tiefer, näselnder Stimme. »Seit Wochen liegt schon dieser eiskalte Schnee auf mir herum! Fürchterlich!«
Er wandte seinen Kopf zu Evanna, die ihn noch immer ungläubig anstarrte. Sein Blick wurde ein wenig freundlicher: »Jetzt schau doch nicht so! Das sollte kein Vorwurf sein! Mir gefällt die Aussicht hier doch echt gut. Aber dieser Schnee… Dafür hab ich auch einfach nicht die passenden Klamotten an.« Er deutete auf die verblassten Flecken seiner Hose. »Ich geh jetzt besser irgendwo hin, wo nicht ganz so viel von diesem kalten Zeug liegt.« Prüfend sah er sich in dem verschneiten Garten um. »Vielleicht unter die Hecke dort…« Er zeigt auf das blattlose Gestrüpp, das im Sommer eine herrliche grüne Hecke war. »Du hast doch nichts dagegen, oder?«
Evanna starrte den Zwerg mit offenem Mund an.
»Das seh‘ ich jetzt einfach mal als ja…«, meinte der frech und hüpfte von der Bank. Das erschreckte die beiden Spatzen, die in der Zwischenzeit wieder zum Vogelhäuschen gekommen waren, so sehr, dass sie aufgeregt davonflogen.
Dann stapfte der Zwerg durch den Schnee in Richtung besagter Hecke. Oder eigentlich wühlte er mehr, als dass er ging, denn er war so klein, dass er bis zum Hals im kalten Weiß verschwand. Man konnte nur seine Mütze sehen, wie sie langsam zur anderen Seite des Gartens wackelte. Schließlich tauchte auch der Rest des Zwerges wieder auf, als er die Zweige der Hecke erreicht hatte, wo nur noch wenig Schnee lag.
»Oh – und Danke fürs Aufwecken!«, rief er ihr noch über die Schulter hinweg zu, bevor er im Gestrüpp verschwand.

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