Teach her how to kill

Staring at the Ocean

In dieser Geschichte muss kein schönes Mädchen vor einem bösen Monster gerettet werden.
In dieser Geschichte braucht man keinen Prinzen.
In dieser Geschichte gibt es kein Happy End.

In dieser Geschichte muss ein böses Mädchen vor einem schönen Monster gerettet werden.
In dieser Geschichte rettet sich das Mädchen selbst.
In dieser Geschichte gibt es ein Bloody End.

 

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Erzähle mir etwas von dir

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Ich bin ein geborener Optimist, der im Laufe der Jahre realistisch genug geworden ist um zu wissen, dass immer das denkbar Schlechteste passieren wird.

Der Abstand zwischen meinen beiden Knien bei jedem Schritt sagt viel darüber aus wie es mir in meinem Kopf gerade geht. Letzteres liegt an ersterem. Nicht anders herum.

Ich glaube nicht an Ärzte.

Ich glaube an Hass. Und an Liebe. Und an Freundschaft.

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, wenn gar nichts mehr geht, lese ich Harry Potter. Und dazwischen manchmal auch.

Der Duden ist mein bester Freund. Also so quasi.

Ich bekomme Sonnenbrand selbst bei bewölktem Himmel, selbst innerhalb von 5 Minuten, selbst wenn ich nicht einmal wusste, dass ich überhaupt draußen war.

Eines Tages wird mein british accent so perfekt sein, dass mich ein Brite für eine Britin halten wird. Eines Tages…

Ich weiß nicht alles, aber ich arbeite daran.

 

Scheibenwischermonotonie

Scottish Road

Es war als hielt die ganze Welt den Atem an. In einer dieser mondlosen Nächte. Sogar das Auf und Ab des Scheibenwischers fügt sich ein in die einlullende Monotonie des Augenblickes. Ein hübsches, langes Wort in meinem ‚Dictionary of felicitas-invented words‘: Scheibenwischermonotonie. Dieser Moment der Ruhe während des Sturms.
Den Strohhut im Nacken, Gänsehaut auf den Beinen, darüber nachdenkend, ob uns vielleicht nur der bedingungslose Glaube fehlte. Der Glaube daran, dass wir über das Ende der Welt hinausschreiten können. Und trotzdem werden wir wieder nach Hause kommen. Ich schwöre es.
Manchmal tut man Dinge im Versuch einen Frieden zu wahren, den es sowieso nicht gibt.
Und hinterher fragt man sich, wo man einen Fehler gemacht hatte.

von oben

über Wolken

Ich heb‘ ab, als hätte man mir zu viele Luftballons in die Hand gedrückt und plötzlich sehe ich alles von oben und mit Abstand.
Wolken sind watte und nebel und nass und irgendwie rosarot und regenbogen. Und das alles gleichzeitig.
Wer stört meine Flugbahn außer Flugzeuge (auf dem Weg zu unbekannten Zielen), denen ich mich nicht anschließen möchten, weil doch mein ganzes Leben eine einzige Unbekannte ist. Wie eine Gleichung, die nur aus x besteht.
Tief unter mir tanzen Autos ihr schwerfälliges Straßenballett, folgen grauen Schnüren, die sich Straßen nennen und hören auf tonlose Lichter in gelb und grün und rot.
Von hier oben ist alles friedlich, ergibt ein Muster und ergibt doch keinen Sinn. Von hier oben muss es auch endlich keinen Sinn mehr ergeben, ist doch das ganze Leben und Schweben und Fliegen und Fliehen sowieso alles sinnlos.

Nie verschickte Postkarte #3

Postkarte #3

Lieber P.,

man hat mir erzählt, dass du neidisch wurdest als du hörtest, dass ich schon wieder in den Urlaub fliege. Du? Neidisch? Auf mich!? Immerhin bekamst du noch immer all die Unterstützung, von der ich nur träumen konnte. Und du gehst jetzt studieren.
P., du hast dir das selbst ausgesucht.
Ich habe lange gebraucht um zu akzeptieren, dass auch ich mir mein Leben irgendwie selbst ausgesucht habe. Und dass ich aufhören sollte, auf alles und jeden neidisch zu sein.
Du brauchst nicht neidisch auf mich sein, weil ich in den Urlaub fliege. Du könntest das auch tun. Es wäre für dich vielleicht schwieriger als für mich. Aber du könntest es tun.
Und ich brauche nicht neidisch auf dich sein, weil du studierst. Ich könnte das auch tun. Es wäre für mich vielleicht schwieriger (und sinnloser) als für dich. Aber ich könnte es tun.
Also lass uns doch bitte den Neid vergessen und einfach Geschwister sein.

Felicitas

Liebeserklärung an F. – Teil IX

Wolkentürme

Wir wissen beide was Sache ist, wenn der andere sagt: „Komm mit, ich muss dir was zeigen.“
Es ist entweder der Mond oder die Sonne oder die Wolken oder der Himmel ganz allgemein.
Und dann stehen wir da, starren nach oben, sprachlos und atemlos.
Und im nächsten Atemzug entschuldigen wir uns beim Tod.

Wenn so unser Alltag aussieht, kann ich gut damit leben.

 

Teil I, Teil II, Teil III
Teil IV, Teil V, Teil VI
Teil VII, Teil VIII

You are not invincible

Machu Picchu

Höher. Schneller. Weiter.
Immer mehr. Immer mehr.
Bis dein Körper sagt, dass du bitte aufhören sollst.
Schwächling.
Immer weiter, come on!
Ich will doch noch einen Berg erklimmen. Ein Buch schreiben. Die 7 Weltwunder sehen. Freunde treffen. Fenster putzen. 27 Bücher lesen. Und alles andere.
Stillstand ist Rückschritt.
Es gibt Dinge, die was zu sagen haben in deinem Leben: Freunde. Ehrgeiz. Angst.
Aber nicht: Der Körper.

Und dann meldet sich dein Körper erneut zu Wort. Nicht mehr vorsichtig fragend. Sondern vehement fordernd. Und dann… geht nichts mehr.
Erkenntnis #1: Du kannst auch kotzen, obwohl du nur Tee im Magen hast.
Erkenntnis #2: Du kannst auch kotzen, obwohl du nichts im Magen hast.

Dein Körper zieht einen Schlussstrich, obwohl dein Geist doch gerade erst angefangen hat. Schade nur, dass du auf diesen Körper angewiesen bist. Er lacht dich aus: „Na dann sieh mal, wie weit du ohne mich kommst.“
Ich verrate dir ein Geheimnis: Keinen einzigen Schritt weit.
Dein Körper verordnet dir eine Zwangspause und dir geht es zu schlecht um dich noch darüber zu beschweren. Endlich hält auch mal dein Kopf die Klappe. Er ist mit kämpfen beschäftigt.

Und wenn du nach einer ganzen Wochen zum ersten Mal wieder Nahrung behältst, ist es dir egal, dass diese Salzstangen jetzt nicht verdammt healthy sind. Du hast seit 7 Tagen nicht mehr geduscht, deine Haare sind also nicht mehr gerade das, was man fancy nennt. Und die Waage zeigt ein Gewicht, das du zuletzt vor 10 Jahren hattest. Viel zu skinny.
Aber weißt du was: I fucking do not care!

Das hier ist dein Körper. Und der ist nicht unkaputtbar.
Das hier ist dein Leben. Und das ist ebenfalls nicht unkaputtbar.

Vielleicht solltest du es langsamer leben. In einem Tempo, mit dem auch dein Körper Schritt halten kann.
Und jetzt: calm down.