Snowflakes in June

Nachthimmel

We sat there until the stars came out. First there were only a few. But then the entire sky was blinking and glittering and the moon lit up the world – or at least our tiny part of the world.
I was smelling of suncream and lime icetea and you were tasting like suncream and lime icetea.
Birch leaves came falling down on us, swiftly and softly, like snowflakes in june.
Wind was blowing and I was looking for my jacket, not finding it, but never admitting that I was cold.
Then: my skin lit up as your fingers touched my arm, swiftly and softly, like snowflakes in june.

Advertisements

Klassenclown & Klassenpoet

Juni-Gewitter

Das Gewitter rollte herein, sage ich und du sagst, auf Rollschuhen. Du warst schon immer der Klassenclown gewesen und ich war der Klassenpoet. Vielleicht sitzt es auch in einem Rollstuhl, sage ich und versuche auch einmal lustig zu sein. Nein, ein Rollstuhl ist zu schwerfällig für ein Gewitter, sagst du und versucht auch einmal poetisch zu sein. Wir beide sind erbärmlich in unseren Versuchen. Egal ob schwerfällig oder rollend oder nichts von alledem, irgendwann ist das Gewitter da und durchnässt uns und egal wie viele Witze du erzählst und egal wie viele Gedichte ich aufsage, wir fürchten uns beide davor, vom Blitz getroffen zu werden. Doch unsere Jugend scheint kein Drama und keine Tragödie zu sein, wir werden nicht vom Blitz getroffen, sondern nur bis auf die Knochen durchnässt. Unsere Jugend scheint auch keine Romanze zu sein, denn wir tanzen nicht im Regen, sondern zittern nur vor Kälte. Mir fällt erst auf, dass ich das alles laut gesagt habe, als du sagst, dass unsere Jugend auf jeden Fall eine Komödie ist. Zumindest immer im Nachhinein betrachtet. Ich frage mich, ob vielleicht doch ein wenig Poesie oder zumindest Weisheit in dir steckt und will mit etwas Witzigem antworten, doch mir fällt nichts ein. Einer von uns beiden muss ja in seiner Rolle bleiben.

Erdball

Tunnel

Ich konnte nicht sprechen, in meinem Hals steckte ein ganzer Erdball.
Wir gruben Löcher & Tunnel, von meinem Mund bis zu meinem Magen, wo Schmetterlinge zu Raupen zu Schmetterlingen wurden und davon flogen auf meine Zunge und es dann nicht wagten, meinen Mund zu verlassen.
Ich schweige dir das schönste Gold, du gräbst weiter. Stocherst im Dunkeln, fischst im Trüben, nicht auf der Suche nach Gold, sondern nach Silber, nach Reden.
Was sollte ich dir sagen? Wie sollte ich es dir sagen?
Wo doch in meinem Hals ein ganzer Erdball steckt.

Hübsch?

Life for a cause

Du bist nicht hier, um hübsch zu sein.
Du bist hier, um die Welt aus den Angeln zu heben. Um Augen zu öffnen. Um Gedichte zu schreiben. Um die Wahrheit zu sagen. Um Streit zu beginnen und um Frieden zu schließen. Um den Himmel zu bemalen.

Lass dich niemals von jemandem auf „hübsch“ reduzieren.
Oder schlimmer noch: darauf reduzieren, hübsch sein zu wollen.