Liebeserklärung an F. – Teil IX

Wolkentürme

Wir wissen beide was Sache ist, wenn der andere sagt: „Komm mit, ich muss dir was zeigen.“
Es ist entweder der Mond oder die Sonne oder die Wolken oder der Himmel ganz allgemein.
Und dann stehen wir da, starren nach oben, sprachlos und atemlos.
Und im nächsten Atemzug entschuldigen wir uns beim Tod.

Wenn so unser Alltag aussieht, kann ich gut damit leben.

 

Teil I, Teil II, Teil III
Teil IV, Teil V, Teil VI
Teil VII, Teil VIII

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Liebeserklärung an F. – Teil VIII

Blutmondhimmel

So also muss sich die Liebe anfühlen.
Das ganze Leben dehnt sich aus, das Leben ist plötzlich ein ganzes Sonnensystem und die Sonne, um die alles kreist, bist du.
Solange du da bist, solange ich um dich kreisen kann, ist alles in Ordnung und alles wird wieder gut werden, irgendwie. Egal wie viele Naturkatastrophen meinen Planeten zu verwüsten versuchen, egal wie viele Meteoriteneinschläge ich überstehen muss, alles verringert nur den Radius meiner Umlaufbahn, alles treibt mich näher zu dir.

Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV
Teil V
Teil VI
Teil VII

Liebeserklärung an F. – Teil VII

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Es gibt nichts mehr zu erzählen, befürchtest du.
Nicht wie damals, als wir gar nicht mehr aufhören konnten zu reden, auch nicht nach einer stundenlangen Autofahrt, einem ganzen Abend vor dem Zelt, einer ganzen Nacht im Zelt und einer weiteren stundenlangen Autofahrt.
Mittlerweile kennen wir die Geschichten, von Kindheit & Erwachsenwerden, von Familie & Freunden, von Schule & Studium & Beruf.

Du brauchst mir nicht mehr die Namen deiner Schwestern sagen, ich habe sie bereits kennengelernt.
Ich brauche dir nicht mehr die Farbe des Pferdes erklären, du hast sein Fell bereits berührt.

Ich kenne deine Freunde, deine Narben, die Bedeutung deines Rings, dein Heimatdorf, alles.
Du kennst meine Familie, meine Kämpfe, die Bedeutung meiner Armbänder, mein Kinderzimmer, alles.
Wir können von der Vergangenheit nichts mehr erzählen, ohne uns zu wiederholen.

Na und?

Dann erzähle mir von deiner Gegenwart!
Von deinen Gedanken, von deinen Gefühlen,
von deinen Träumen, von deinen Zielen.
Oder sei einfach bei mir und schweige.
Deine Anwesenheit erzählt genug.

Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV
Teil V
Teil VI

Liebeserklärung an F. – Teil V

Notizbuch

Ich brauche das „Ich liebe dich“ nicht aussprechen,
damit du weißt, dass das so ist.
Denn du weißt, was ich sagen möchte,
bevor meine Lippen die Worte geformt haben.
Du liest meine Gedanken,
bevor ich überhaupt merke,
dass es dort Buchstaben gibt,
die sich sinnvoll aneinanderreihen lassen.
Du hörst das Unaussprechliche
und lässt es mich aussprechen,
weil du weißt, dass das manchmal hilft.
Und du lässt es mich aufschreiben,
weil du weißt, dass schreiben besser ist,
als sprechen jemals sein könnte.

Du respektierst mein Notizbuch,
obwohl ich ihm mehr erzähle als dir,
obwohl du eifersüchtig sein könntest
und es vielleicht auch bist.
Doch du schweigst und akzeptierst.
Selbst wenn es auf dem Tisch liegt
und ich nicht da bin
und es dich anbrüllt,
das tut es sicherlich, ich weiß es,
es muss so sein,
dennoch fasst du es nicht an.
Du respektierst mich mehr,
als ich selbst es jemals könnte.

Und du weißt, wie sehr ich dich liebe,
du sagst, du weißt es
und ich sage, du weißt es nicht,
aber ich weiß, dass du es trotzdem weißt,
irgendwie.
Vielleicht ist das der einzige Grund,
warum ich es nicht ausspreche.
Weil du es sowieso schon weißt.
Und weil meine Worte
sowieso niemals ausreichen werden
für das, was ich sagen möchte.

Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV

Liebeserklärung an F. – Teil IV

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Ich möchte in deinem Arm liegen.
Ich möchte bei dir sein.
Denn du gibst mir Halt in dieser haltlosen Welt, wie ein Rettungsboot mitten im stürmischen Ozean.
Ich möchte mich verkriechen, irgendwo zwischen deiner Schulter und deinem Hals, in dieser knochigen Stelle, die so warm ist und sicher.
Ich möchte abends neben dir einschlafen.
Und nachts aufwachen, nur um dir beim Schlafen zuzusehen und nochmal neben dir einschlafen zu können.
Ich möchte dich beschützen. Die düsteren Gedanken aus deinem Kopf verjagen.
Und ich möchte, dass du mich beschützt.
Ich möchte nicht mehr all diese Monster sehen und fühlen. Und nur du kannst sie verjagen.
Ich möchte nur bei dir weinen, denn du küsst mir die Tränen von den Augen und nimmst mich in den Arm und hältst mich fest.
Ich möchte, dass du mich auf die Nase küsst und ich möchte dein Lachen sehen, wenn ich deswegen mein Gesicht verziehe.
Ich möchte deine Hand halten, ununterbrochen, auch wenn der Ring, den du nie ablegst, im Winter so fürchterlich kalt wird.
Ich möchte dich nie wieder loslassen, weil ich doch immer Angst habe, dass du irgendwann nicht mehr zurückkommst.
Ich möchte in deinem Arm liegen.
Ich möchte bei dir sein.
Immer.

Teil I
Teil II
Teil III

Liebeserklärung an F. – Teil III

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Jeden weiteren Tag meines Lebens möchte ich mit dir verbringen.
Die ganze Welt bereisen, großartige Abenteuer erleben, von denen wir noch unseren Kindern und Enkelkindern erzählen werden.
Jeden Ort, den ich sehen will, jede Herausforderung, die ich annehmen will, möchte ich nur mit dir erleben.

Denn sobald du nicht da bist, fehlt etwas unsagbar Wichtiges.
Als wäre man nackt und verletzlich.
Als würde die Luft plötzlich dünner.
Als könnte man die Schönheit der Welt nur in schwarz/weiß sehen.
Als würde der bedeutendste Teil fehlen.

Lass mich bitte nicht allein.

Teil I
Teil II