Liebeserklärung an F. – Teil II

Tauben

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie das fühlen lässt, was sie fühlt, wenn sie Musik hört.
Bei uns bist du derjenige, der für die Musik zuständig ist.
Und ich bin diejenige, die beinahe platzt vor Gefühlen.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie zum Lachen bringt.
Du erzählst keine Witze.
Brauchst du auch nicht.
Ich fange zu strahlen an, sobald du den Raum betrittst.
Als würdest du das Licht anschalten.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie respektiert.
Respekt ist kein Ausdruck mehr für das, was du mir entgegenbringst.
Das ist Aufbauen und Festhalten und Weitertreiben und Herausfordern und Auffangen.
Und alles zur selben Zeit.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie auf Händen trägt.
Gut, dass du so stark bist.
Und gut, dass wir trotzdem beide selbst laufen können.
Denn wir sind eins und zwei und alles zusammen.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie zur besten Version ihrer selbst macht.
Und du hast mich nicht zu dieser Version gemacht.
Du hast mir diese Version von mir gezeigt.
Sie war schon lange da.
Doch bevor du kamst, wusste ich gar nicht, dass es diese Version überhaupt gibt.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der Sinn für Romantik hat.
Ich hasse Romantik.
Und ich liebe dich.

Teil I
Teil III

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Liebeserklärung an F.

Ein ganzer Mond voller Rosen

Weißt du, ich habe lange darauf gewartet, jemanden zu finden, an den ich meine Liebesbriefe richten kann.
Es war als würde mein Herz überlaufen vor liebesgetränkter Worte, als würden Rosen aus mir herauswachsen.
Doch niemand war da, der die Worte und die Rosen verdient hatte. Niemand war da, den ich als würdig erachtet hätte.
Und dann kamst du.
Und plötzlich reicht nicht ein ganzer Mond voller Rosen, nicht eine Bibliothek voller Worte um das auszudrücken, was ich fühle.
Alles, was ich dir sagen möchte, klingt viel zu kitschig – und du weißt, dass ich von Romantik nicht sonderlich viel halte.
Alles, was ich sagen möchte, klingt wie eine Lüge, wie eine riesige Übertreibung, weil ich doch selbst der Überzeugung war, dass es solch heftige Gefühle nicht geben kann.
Zumindest dachte ich das bis ich dich kennengelernt habe.
Und nun sprudeln diese scheinbar unmöglichen Gefühle aus mir heraus und wissen doch gar nicht, wohin sie sollen.

Bitte entschuldige meine unbeholfenen Sätze. Das hier sollte eigentlich eine Liebeserklärung werden.
Und das, obwohl ich zu dir noch gar nie „Ich liebe dich“ gesagt habe.

Teil II
Teil III