In this light / brighter than suns

Setting Moon

In this light
we all seem broken,
in this night
the truth is spoken,
in this fight
we cut hearts open.

To hell with the liars,
to hell with the guns.
Burn all on the pyre,
brighter than suns.

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Scheibenwischermonotonie

Scottish Road

Es war als hielt die ganze Welt den Atem an. In einer dieser mondlosen Nächte. Sogar das Auf und Ab des Scheibenwischers fügt sich ein in die einlullende Monotonie des Augenblickes. Ein hübsches, langes Wort in meinem ‚Dictionary of felicitas-invented words‘: Scheibenwischermonotonie. Dieser Moment der Ruhe während des Sturms.
Den Strohhut im Nacken, Gänsehaut auf den Beinen, darüber nachdenkend, ob uns vielleicht nur der bedingungslose Glaube fehlte. Der Glaube daran, dass wir über das Ende der Welt hinausschreiten können. Und trotzdem werden wir wieder nach Hause kommen. Ich schwöre es.
Manchmal tut man Dinge im Versuch einen Frieden zu wahren, den es sowieso nicht gibt.
Und hinterher fragt man sich, wo man einen Fehler gemacht hatte.

himmelgrau

Juni-Gewitter

Du fragst:
„Wenn du eine Farbe wärst,
welche wäre das?“
Und ich zögere
nur für einen Moment.
Sollte ich vielleicht
meine Lieblingsfarbe nennen?
Dann wäre es gelb.
Wie die Blätter im Herbst.
Wie der Himmel
kurz vor Sonnenaufgang.
Oder grün.
Wie Baumwipfel im Frühling,
wie frisch gemähtes Gras.

Doch das alles
bin ich nicht.

Ich bin grau.
Wie die Hoffnungslosigkeit.
Wie die Leere.
Wie das Nichts.
Ist grau überhaupt eine Farbe?
Und ich bin grau
wie eine Ritterrüstung.
Wie die Eiger Nordwand.
Wie der Himmel bei Regen
oder abends,
wenn er zu müde ist
um noch blau zu sein,
aber zu wach
für schwarz.

von oben

über Wolken

Ich heb‘ ab, als hätte man mir zu viele Luftballons in die Hand gedrückt und plötzlich sehe ich alles von oben und mit Abstand.
Wolken sind watte und nebel und nass und irgendwie rosarot und regenbogen. Und das alles gleichzeitig.
Wer stört meine Flugbahn außer Flugzeuge (auf dem Weg zu unbekannten Zielen), denen ich mich nicht anschließen möchten, weil doch mein ganzes Leben eine einzige Unbekannte ist. Wie eine Gleichung, die nur aus x besteht.
Tief unter mir tanzen Autos ihr schwerfälliges Straßenballett, folgen grauen Schnüren, die sich Straßen nennen und hören auf tonlose Lichter in gelb und grün und rot.
Von hier oben ist alles friedlich, ergibt ein Muster und ergibt doch keinen Sinn. Von hier oben muss es auch endlich keinen Sinn mehr ergeben, ist doch das ganze Leben und Schweben und Fliegen und Fliehen sowieso alles sinnlos.

Nie verschickte Postkarte #3

Postkarte #3

Lieber P.,

man hat mir erzählt, dass du neidisch wurdest als du hörtest, dass ich schon wieder in den Urlaub fliege. Du? Neidisch? Auf mich!? Immerhin bekamst du noch immer all die Unterstützung, von der ich nur träumen konnte. Und du gehst jetzt studieren.
P., du hast dir das selbst ausgesucht.
Ich habe lange gebraucht um zu akzeptieren, dass auch ich mir mein Leben irgendwie selbst ausgesucht habe. Und dass ich aufhören sollte, auf alles und jeden neidisch zu sein.
Du brauchst nicht neidisch auf mich sein, weil ich in den Urlaub fliege. Du könntest das auch tun. Es wäre für dich vielleicht schwieriger als für mich. Aber du könntest es tun.
Und ich brauche nicht neidisch auf dich sein, weil du studierst. Ich könnte das auch tun. Es wäre für mich vielleicht schwieriger (und sinnloser) als für dich. Aber ich könnte es tun.
Also lass uns doch bitte den Neid vergessen und einfach Geschwister sein.

Felicitas