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Mai macht
große Versprechen
auf Knien
mit Blüten
und Blumen,
enttäuscht dann
mit zu vielen Tränen
und entschuldigt sich
mit noch mehr Blumen.
Entschuldigung angenommen.

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Wo ist denn nun der Frühling?

Winterdach

Dreh die Musik lauter, ich möchte nicht mehr hören, wie der Schnee auf die Straßen fällt.
Mach das Licht aus, ich möchte nicht mehr sehen, wie die Vögel in den Norden ziehen.
Klebe meinen Mund zu, ich möchte nicht mehr schmecken, wie Tränen über meine Wangen rinnen.
Halte die Luft an, ich möchte nicht mehr riechen, wie der Rauch in die Wolken zieht.
Hülle mich in Wachs, ich möchte nicht mehr spüren, wie mich die Sehnsucht langsam tötet.

Juni

Juni-Gewitter

Selten begann Juni
als solcher Sturm
und behauptete Liebe zu sein.
Frühling schon fort,
Sommer noch nicht da.
Hitze-
Gewitter.
Und das anschließende Bedürfnis
sich hinzulegen
auf das regennasse Gras.
Als würde das Erleichterung bringen
und alle Sorgen fortwaschen.
Nimm die Müdigkeit mit,
hier möchte ich sie nicht haben,
wenn es Vorbereitungen zu machen gilt.
Als könnte man jemals vorbereitet sein
auf Abschied
und auf Wiedersehen.

Mai

Facing the abyss

Mai begann mit Angst
und der Suche
nach schneefreien Flecken
und mit Erschöpfung.
Während alle klettern,
stürze ich
in einen bodenlosen Abgrund
und trotzdem
kommt der Aufprall
viel zu früh.
Ich dachte,
ich reiße dich mit
nach unten.
Doch du
standst schon dort
und fingst mich auf.
Den Aufprall
überlebten wir beide
nicht.

Frühling

Krokusblüte

Hyazinthen blühen an jeder Ecke.
Enten wühlen das von der Sonne beschienene Wasser auf und bringen es zum Glitzern. Das erste Summen der Hummeln ist zu hören.
Ganze Wiesen voller Krokus.
Das erste Mal wieder Sonnencreme auf der Nase.
Ein viel zu kalter Wind und trotzdem weigern wir uns, eine Jacke anzuziehen.