Hochzeitsprophezeiungen

Rosen

Schon seit 20 Jahren sage ich, dass du ihn heiraten wirst. Und bis gestern hast du das geleugnet. Mich ausgelacht.
Was nicht alles dazwischengekommen war. Zwischen Kindheit und Erwachsensein.
Dabei war das schon im Kindergarten ganz deutlich gewesen, Dort hatte ich zum ersten Mal meine Prophezeiung über eure gemeinsame Zukunft ausgesprochen. Schließlich wart ihr unzertrennlich. Als das Leben nur aus Spielen bestand.
In der Grundschule wart ihr noch befreundet, aber irgendwie nur noch so ein bisschen. Denn ein bisschen peinlich war es euch auch schon. Welches Mädchen spielt denn schon mit Jungs? Ich will gar nicht wissen, was er sich alles von seinen älteren Brüdern hatte anhören müssen. Welcher Junge spielt denn schon mit einem Mädchen?
Wenig später fandest du alle Jungs doof. Wir wechselten auf das Gymnasium, alle zusammen in einer Klasse. Es war nicht zu übersehen, dass euch irgendetwas verband. Und doch fandest du ihn doof. Und er dich auch. Ich stand irgendwo dazwischen. Beschäftigt mit mir selbst und meinen kleinen Problemen. Und mit dem Erwachsenwerden.
Wir waren vielleicht 14 oder 15, als du Jungs plötzlich wieder interessant fandest. Du hattest deinen ersten Freund. Er seine erste Freundin. Ich wusste, dass es nicht halten würde. Weder bei dir, noch bei ihm. Nur du passt zu ihm und nur er passt zu dir. Auch wenn ihr das noch immer nicht hören wolltet.
Für das Abi lernten wir zu dritt. Ich hatte die Hoffnung, euch nun zusammenbringen zu können. Doch es war nur unser running gag: eure Hochzeit.
Denn schließlich gingst du als Aupair nach Rom. Und er studierte in Hamburg. Du zogst nach Köln zum Studieren. Er zog nach Lübeck – der Liebe wegen.
Und dann, 6 Jahre später, war alles aus. Dein Studium. Und du kamst zurück in die Heimat. Seine Liebe. Und er kam zurück in die Heimat. Während ich hier noch immer den DHL-Boten und den Bäcker und jede Straßenkatze beim Namen kannte. Ihr kamt zurück und wir waren wieder zu dritt. Für mich war es noch immer überdeutlich zu sehen, wie sehr ihr zusammengehört. Inzwischen war ich aber alt genug, um zu wissen, dass es nichts half, wenn ich das aussprach. Das musstet ihr selbst tun.
Das tatet ihr auch. Endlich.
Und gestern, da habt ihr euch entschieden, zu heiraten. Ganz aufgeregt hast du mich angerufen, mich gefragt, ob ich Trauzeugin sein wollte. So, wie wir uns das damals, als wir – kurz vor dem Abi – unsere Witze darüber gemacht hatten, ausgemalt hatten. Also fast genau so.
Und ich lächelte nur. Ich hatte es prophezeit.

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This is how you fall in love

Brighton xxx

Sie hat dieses Lächeln… Wann immer sie so lächelt, weiß man, dass sie so viel mehr weiß, als jeder andere Mensch. Niemals würde sie das sagen. Sie guckt einfach nur so.
This is how you fall in love.
Puh, ich hasse Kitsch. Dieses eklige, romantische Zeug. Liebeserklärungen. Sonnenuntergängen. Rote Rosen. Und noch mehr als die Sachen selbst, hasse ich Menschen, die darauf stehen.
Einmal hörte ich sie sagen: „Was will ich mit Rosen? Die bringen doch niemandem was! Vor allem nicht, wenn sie schon abgeschnitten sind. Ich verstehe das mit den Rosensträußen einfach nicht. Wenn mir jemand eine Freude machen will, soll er mir Süßigkeiten schenken. Oder ein gutes Buch.“
Hah!
This is how you win her.
Ein anderes Mal sagte sie: „Als wären Frauen Ware. Oder eine Trophäe. Wenn ich das schon höre: Meine. Oder noch schlimmer: Meine Eroberung.“
This is how you loose her.
Also verliere ich mich lieber selbst darin, sie anzusehen. Ihr zuzuhören, wann immer sie nah genug an mir vorbeigeht, dass ich sie hören kann. Manchmal lächele ich sie an. Dann lächelt sie zurück. Immer. Und immer mit diesem wissenden Blick. Als wüsste sie genau, wie gern ich sie lächeln sehe.

A true Queen needs no King

Alnwick Castle

Wir verschwenden viel zu viel Zeit damit, uns gegenseitig zu überbieten.
Gestern liebte ich dich, heute fordere ich dich heraus. Weil ich mich nicht kleinmachen darf und weil du mich nicht kleinreden darfst. Hast du nie getan. Aber die Gefahr besteht.
Also baue ich mir mein Schloss selbst und setze dich vor die Tür. Also vor das Tor. Und versperre mich hinter den Mauern. Weil ich selbst groß genug bin um das alles allein zu schaffen. Behaupte ich zumindest. Und scheitere fulminant daran.
Ich kann mir meine Türen selbst öffnen, dazu brauche ich keinen Mann. Stimmt. Doch manche Türen bleiben dann für immer verschlossen.
Ich brauche keine roten Rosen jeden Tag oder Frühstück im Bett. Ich brauche auch keine romantischen Sonnenuntergänge. Dennoch dreht die Erde sich weiter und die Sonne geht jeden Abend erneut unter.

Vielleicht sollten wir also doch all den Hass einfach vergessen.
Und uns gegenseitig schätzen.
Und jeder darf für sich selbst groß werden. Und jeder hilft dem Anderen trotzdem.
Egal in welche Richtung man wächst.
Egal ob gerade oder schief oder verkehrt herum.

Und auch wenn ich dich vielleicht nicht brauche – ich möchte dich an meiner Seite.
Denn gemeinsam sind wir doch am stärksten.

Liebeserklärung an F. – Teil IV

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Ich möchte in deinem Arm liegen.
Ich möchte bei dir sein.
Denn du gibst mir Halt in dieser haltlosen Welt, wie ein Rettungsboot mitten im stürmischen Ozean.
Ich möchte mich verkriechen, irgendwo zwischen deiner Schulter und deinem Hals, in dieser knochigen Stelle, die so warm ist und sicher.
Ich möchte abends neben dir einschlafen.
Und nachts aufwachen, nur um dir beim Schlafen zuzusehen und nochmal neben dir einschlafen zu können.
Ich möchte dich beschützen. Die düsteren Gedanken aus deinem Kopf verjagen.
Und ich möchte, dass du mich beschützt.
Ich möchte nicht mehr all diese Monster sehen und fühlen. Und nur du kannst sie verjagen.
Ich möchte nur bei dir weinen, denn du küsst mir die Tränen von den Augen und nimmst mich in den Arm und hältst mich fest.
Ich möchte, dass du mich auf die Nase küsst und ich möchte dein Lachen sehen, wenn ich deswegen mein Gesicht verziehe.
Ich möchte deine Hand halten, ununterbrochen, auch wenn der Ring, den du nie ablegst, im Winter so fürchterlich kalt wird.
Ich möchte dich nie wieder loslassen, weil ich doch immer Angst habe, dass du irgendwann nicht mehr zurückkommst.
Ich möchte in deinem Arm liegen.
Ich möchte bei dir sein.
Immer.

Teil I
Teil II
Teil III

Liebeserklärung an F. – Teil III

naked

Jeden weiteren Tag meines Lebens möchte ich mit dir verbringen.
Die ganze Welt bereisen, großartige Abenteuer erleben, von denen wir noch unseren Kindern und Enkelkindern erzählen werden.
Jeden Ort, den ich sehen will, jede Herausforderung, die ich annehmen will, möchte ich nur mit dir erleben.

Denn sobald du nicht da bist, fehlt etwas unsagbar Wichtiges.
Als wäre man nackt und verletzlich.
Als würde die Luft plötzlich dünner.
Als könnte man die Schönheit der Welt nur in schwarz/weiß sehen.
Als würde der bedeutendste Teil fehlen.

Lass mich bitte nicht allein.

Teil I
Teil II

Liebeserklärung an F. – Teil II

Tauben

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie das fühlen lässt, was sie fühlt, wenn sie Musik hört.
Bei uns bist du derjenige, der für die Musik zuständig ist.
Und ich bin diejenige, die beinahe platzt vor Gefühlen.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie zum Lachen bringt.
Du erzählst keine Witze.
Brauchst du auch nicht.
Ich fange zu strahlen an, sobald du den Raum betrittst.
Als würdest du das Licht anschalten.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie respektiert.
Respekt ist kein Ausdruck mehr für das, was du mir entgegenbringst.
Das ist Aufbauen und Festhalten und Weitertreiben und Herausfordern und Auffangen.
Und alles zur selben Zeit.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie auf Händen trägt.
Gut, dass du so stark bist.
Und gut, dass wir trotzdem beide selbst laufen können.
Denn wir sind eins und zwei und alles zusammen.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der sie zur besten Version ihrer selbst macht.
Und du hast mich nicht zu dieser Version gemacht.
Du hast mir diese Version von mir gezeigt.
Sie war schon lange da.
Doch bevor du kamst, wusste ich gar nicht, dass es diese Version überhaupt gibt.

Es heißt, eine Frau solle einen Mann finden, der Sinn für Romantik hat.
Ich hasse Romantik.
Und ich liebe dich.

Teil I
Teil III

Liebeserklärung an F.

Ein ganzer Mond voller Rosen

Weißt du, ich habe lange darauf gewartet, jemanden zu finden, an den ich meine Liebesbriefe richten kann.
Es war als würde mein Herz überlaufen vor liebesgetränkter Worte, als würden Rosen aus mir herauswachsen.
Doch niemand war da, der die Worte und die Rosen verdient hatte. Niemand war da, den ich als würdig erachtet hätte.
Und dann kamst du.
Und plötzlich reicht nicht ein ganzer Mond voller Rosen, nicht eine Bibliothek voller Worte um das auszudrücken, was ich fühle.
Alles, was ich dir sagen möchte, klingt viel zu kitschig – und du weißt, dass ich von Romantik nicht sonderlich viel halte.
Alles, was ich sagen möchte, klingt wie eine Lüge, wie eine riesige Übertreibung, weil ich doch selbst der Überzeugung war, dass es solch heftige Gefühle nicht geben kann.
Zumindest dachte ich das bis ich dich kennengelernt habe.
Und nun sprudeln diese scheinbar unmöglichen Gefühle aus mir heraus und wissen doch gar nicht, wohin sie sollen.

Bitte entschuldige meine unbeholfenen Sätze. Das hier sollte eigentlich eine Liebeserklärung werden.
Und das, obwohl ich zu dir noch gar nie „Ich liebe dich“ gesagt habe.

Teil II
Teil III