November

Bücher über Bücher

Im November beginnt
der Winter,
die Dunkelheit,
die Kälte.
Dieses Jahr aber auch
die Hoffnung,
der Triumph,
die Ruhe.

Unaufgeregtheit, trotz erstem Schnee.
Viel mehr Tee & viel mehr Bücher
an viel längeren Abenden.

Dieses Jahr bin ich vorbereitet.

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August

Lichtpunkte

August ist der Neuanfang,
den man seit Monaten versucht
und zu dem man nun
gezwungen wird.
Es wurde
höchste Zeit.
Ferienzeit & Sommerloch
und irgendwie muss man
doch endlich mal
zur Ruhe kommen.
Die Hitze ist um uns
& in uns
und wir wissen nicht
wohin wir fliehen können.
Mein Vorschlag:
in den eigenen Kopf.
Dort gibt es sowieso
noch viel zu sortieren.

Pause.

Tee-Pause

Das war einer dieser Tage, an denen die Welt sich langsamer zu drehen schien. Nicht einmal die Wolken wollten sich über den Himmel jagen lassen, sondern hingen einfach nur ruhig da, Vorhänge aus allen Schattierungen von Grau.
Die ganze Welt war heute grau. Nicht düster, sondern unaufgeregt.
Im Radio werden nur diese alten Lieder gespielt, melancholisch, mit viel Klaviermusik und so unglaublich ruhig.
Die Zeit verschwimmt. Irgendwo zwischen den Sesselpolstern, den gelesenen Seiten und dem alten Pullover vergehen die Minuten mal gar nicht, mal sprunghaft. Eine Stunde gelesen. Und irgendwann die nächste. Eine Tasse Tee getrunken. Und irgendwann die nächste.
Einfach nur den Himmel betrachten, der beruhigend unverändert bleibt. Selbst der Schwarm Vögel, der vorbeizieht, wirkt tröstend. Geordnet.

Jeden Donnerstag

Café

Jeden Donnerstag treffen sie sich in diesem Café.
Begonnen hat es an einem kalten Dezembertag. Gestresst wie immer hetzte sie vom Büro nach Hause, genervt von dem Gedanken an die fehlenden Weihnachtsgeschenke und dieser übertriebenen Besinnlichkeit, dieser scheinheiligen Besinnlichkeit.
Immer war sie durch die Straßen gelaufen ohne nach links oder rechts zu sehen; nur schnell nach Hause kommen.

Aber eines donnerstags war es anders. Im Nachhinein konnte sie nicht mehr sagen, weshalb.
Sie sah diesen Schein im Fenster, von Kerzen und Weihnachtsbeleuchtung. Und obwohl sie für so etwas keine Zeit hatte, blieb sie stehen, voller Bewunderung.
Obwohl die ganze Stadt erhellt war von leuchtenden Weihnachtsbäumen und Sternen und Lichterketten, war dieser Ort anders. Vielleicht war es der Geruch von Behaglichkeit. Vielleicht war es das leise, irgendwie beruhigende Klirren des Geschirrs. Vielleicht war es auch einfach nur Zufall.
Sie hatte das Gefühl, sie musste einfach eintreten in dieses Café.
Von der warmen Luft waren ihre Brillengläser beschlagen gewesen und so hatte sie erst zu spät erkannt, dass der kleine Tisch, an den sie sich gesetzt hatte, bereits besetzt war.
Als sie die Brille abgenommen hatte, hatte sie ihn dann gesehen: Einen Mann, vielleicht Mitte 50. Und er lächelte ihr zu, als würde er direkt in ihr Herz sehen.
Zuerst hatte sie sich unwohl gefühlt. Schließlich war es ein Fremder! Doch der Mann sprach mit ihr mit einer Selbstverständlichkeit, dass es ungmöglich gewesen wäre, einfach wieder aufzustehen und zu gehen.
„Du siehst müde aus. Vielleicht solltest du weniger Kaffee trinken und dafür mehr schlafen.“

Und seit diesem Tag treffen sie sich jeden Donnerstag. Er hilft ihr, den Stress beiseite zu schieben, zuerst nur für Minuten, dann für Tage und irgendwann für immer. Er hilft ihr, die Schönheit zu erkennen, die man nur sieht, wenn man sich die Zeit nimmt, wirklich hinzusehen. Das tut sie nun.
Und jetzt kann auch sie lächeln, als könnte sie direkt in sein Herz sehen. Was sie vielleicht auch kann.

Gänsehaut auf dem Herzen

Gänsehaut auf dem Herzen

Dichte Nebelschwaden erhoben sich.
Waberten um Baumspitzen.
Verdeckten Wälder und Berge und Wolken.

Ein einzelner Vogel zieht seine Kreise.
Durch Schichten aus grau.
Grau. Und Grau.
Einsam. Wie ich.
Vielleicht leisteten wir uns auch gegenseitig Gesellschaft.

Um mich herum nur die Bäume.
Die sich hinter dem Nebel versteckten.
Als wollten sie nichts mit mir zu tun haben.

Es war kalt. Sie war richtig so, diese Kälte.
Passte zu diesem seltsamen Gefühl in meinem Herzen.

Ich hatte Gänsehaut auf den Armen.
Ich hatte Gänsehaut auf dem Herzen.

Langsam kroch der Nebel in mein Innerstes.
Breitete sich in mir aus.
Legte sich auf mein Herz,
auf meine Lungen.

Alles wurde ruhiger.
Mein Atem.
Der Atem der Welt.