Hübsch?

Life for a cause

Du bist nicht hier, um hübsch zu sein.
Du bist hier, um die Welt aus den Angeln zu heben. Um Augen zu öffnen. Um Gedichte zu schreiben. Um die Wahrheit zu sagen. Um Streit zu beginnen und um Frieden zu schließen. Um den Himmel zu bemalen.

Lass dich niemals von jemandem auf „hübsch“ reduzieren.
Oder schlimmer noch: darauf reduzieren, hübsch sein zu wollen.

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Deine Eleganz

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Wenn du
deine Hand hebst,
deinen Kopf drehst,
deine Augen schließt,
sie wieder öffnest.
Wenn du
deine Zunge herausstreckst,
deine Lippen spitzt.
Wenn
deine Finger über Porzellan streichen,
oh deine Finger!
Wenn du
stolperst,
fällst,
aufstehst.

Die Eleganz von Pfauen
und
die Eleganz von Pferden.
Genau wie du
und doch
vollkommen anders.
Denn du bist
vollkommen.
Anders.

Ein letztes Konzert

Backlights

Ein Festival. Eine weltbekannte Band gibt ihr letztes Konzert.
Es war nahezu unmöglich gewesen, an Karten zu kommen. Fürchterliches Gedränge vor der Bühne, trotz des einsetzenden Regens.
Und mittendrin stand sie.
Als einzige achtete sie nicht auf das harte Dröhnen des Schlagzeugs, auf das verrückte Hüpfen des Sängers, auf die brillanten Riffs des Gitarristen.
Stattdessen bemerkte sie die irrwitzigen Formen, welche die Nebelmaschine ins Scheinwerferlicht pustete. Sie genoss den Geruch von Zigarettenrauch, der sie an ihre Teenagerzeit auf schlechten Partys erinnerte, und der sich mit dem Geruch von Regen mischte, der sie an ihren letzten Englandurlaub erinnerte.
Sie bemerkte den einsamen Nachtfalter, der durch das grelle Laserlicht über die Bühne torkelte, und sah wie wunderschön das Gesicht eines Mannes mit Vollbart aufleuchtete, als er sich eine Zigarette anzündete.
Sie bemerket, wie sich das Klopfen des Regens auf ihrer Kapuze herrlich unrhythmisch und wundervoll beruhigend in den Rhythmus des nächsten Liedes mischte.

Was für eine Verschwendung, mögen Manche sagen, solch eine Unaufmerksamkeit auf solch einem Konzert.
Was für ein Glück, sage ich, dass es jemanden gibt, der trotz der Hysterie um scheinbar große Momente den Blick für die kleinen Momente nicht verliert.

Hässlichkeit!?

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Wir müssen aufhören, uns hässlich zu fühlen.
Wir müssen aufhören, Menschen nach ihrem Aussehen zu definieren und zu beurteilen. Es ist egal, wie alt die Jacke ist, es ist egal wie lang die Haare sind. Die auf dem Kopf und die an den Beinen. Es ist egal, wie breit der Lidstrich ist. Es ist egal, wie breit der Hüftumfang ist.
Es ist egal.
Es ist einfach so! verdammt! egal!

Menschen können schön sein. Und Menschen können hässlich sein.
Innerlich.
Und das hat rein gar nichts mit dem Aussehen zu tun.
Sind wir nicht eigentlich immer schön? Wenn es uns gut geht. Wenn wir das tun, was wir gerne tun.

Was ist das für eine Gesellschaft, die uns vorschreibt, welche Figur wir haben müssen? Welche Kleidergröße, welche Haarfarbe. Welche Schuhe wir zu tragen haben, welche Röcke, welche Jeans. Schiefe Zähne werden verachtet, schiefe Beine, eine schiefe Frisur, ein schiefes Lächeln.
Sie hat dünnere Beine als ich.
Er hat breitere Schultern als ich.
Sie tragen teurere Uhren als wir.

Doch was sagt das über uns aus?
Über sie – die Anderen?
Sagt eine Schuhmarke, ob sie hinter dir stehen, wenn die Welt sich gegen dich richtet?
Sagt ein perfekter Lidstrich, ob sie dich zum Lachen bringen kann?
Sagt ein Sixpack, ob er dir aufhilft, wenn du hinfällst?

Von der Schönheit der Welt

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Wie durch ein Fernglas sehe ich die Schönheit der Welt.
Diese Schönheit ist da, das weiß ich.
Es gibt schneebedeckte Berggipfel. So grüne Wiesen. Moosbedeckte Waldböden. Wolkenformationen. Bäume, die in den Himmel ragen. Es gibt Bücher. Ganze Bibliotheken. Es gibt Vögel. Rote Sonnenaufgänge. Und lila Sonnenuntergänge.  Es gibt Worte, die mein Herz auseinandernehmen. Und Worte, die es wieder zusammensetzen. Es gibt glitzernde Schneeflocken. Strahlenden Sonnenschein. Einen leuchtenden Mond, der mich immer fasziniert. Es gibt Sternbilder. Es gibt Ozeane und Meere.
Und vor allem gibt es Menschen.
Und hier kommt das Problem.

Menschen, die Erwartungen haben.
Menschen, die wütend sind.
Menschen, die hassen.

Und trotzdem sind nicht alle Menschen böse.
Nicht alle Menschen machen die Welt hässlich.

Es gibt Vertrauen, das nicht gebrochen wird.
Es gibt Treue. Bedingungslose.
Es gibt Verständnis. Für alles.
Es gibt Freundschaft.
Es gibt Liebe.