Un-Wörter


»Warum fragst du mich das überhaupt?« Er lächelte, was ein Zeichen sein sollte, dass er nicht genervt war, sondern neugierig. Seine Wangen waren gerötet vom Wind. Er sah kindlich auch, doch er sprach wie der Erwachsene, der er schließlich war. »Du weißt das besser als ich.«
Sie zuckte hilflos mit den Schultern. »Mein zweiter Vorname ist Unsicherheit.«
»Ich dachte, dein zweiter Vorname wäre Ungeduld?«
Ein bisschen freute sie sich, dass er sich das gemerkt hatte. Ihre Ungeduld war kein Geheimnis, im Gegenteil, sie war so offensichtlich, dass sie sich manchmal wunderte, warum man sie immer noch mit »du weißt schon, die Große« beschrieb und nicht mit »du weißt schon, die Ungeduldige«.
Sie versuchte, die Haare aus ihrem Gesicht zu streichen, was hoffnungslos war bei diesem Wind, und sie versuchte sich in einem Lächeln, was mindestens ebenso hoffnungslos war. »Vielleicht versammele ich all die Un-Wörter in mir: unsicher, ungeduldig, unglücklich, unnahbar, unzuverlässig, …«
Er schüttelte den Kopf. Ihn konnte sie nicht täuschen mit ihrem Lächeln, das schon immer mehr ein Zeichen von versteckter Traurigkeit als von Fröhlichkeit war.
»Du hast ›unglaublich‹ vergessen«, sagte er und legte ihr den Arm um die Schulter mit einem Lächeln, das ein Zeichen von Zuneigung war. »Unzerstörbar. Unnachgiebig. Unerschrocken.«

Jedes Ding bei seinem wahren Namen nennen

Typewriter

Der Titel steht. Und die Selbstsicherheit wankt.

Es war vor einer Ewigkeit, dass ich von meinem Buch erzählte. Danach schwieg ich darüber.
Doch nur weil nicht mehr darüber geschrieben wurde, heißt das noch lange nicht, dass es nicht fertig geschrieben wurde. Das wurde es nämlich. Fertig. Ich übrigens auch. Fix & Fertig. Schreiben ist Bluten.
Doch schreiben allein reicht noch nicht.
Das Kind braucht einen Namen. Wobei es diese Beschreibung vielleicht nicht so ganz trifft. Kindernamen finden muss einfacher sein. Um Welten. Schwerer kann es nämlich nicht sein. Schwerer kann nur wenig sein.
Nicht nur, dass dieses eine Buch einen Titel möchte. Es ist schließlich Auftakt für eine Trilogie. Und die braucht auch einen Namen. Mit Wiedererkennungswert. Passend zum Genre. Und zur Zielgruppe. Originell. Und alles andere halt auch, was die Suche noch zusätzlich erschwert.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie einfallslos man wird, wenn die einzigen vernünftigen sechs Vorschläge schon lange gestrichen wurden. Man kann sich auch gar nicht vorstellen, wie oft man sich selbst ein und denselben Vorschlag als neue Idee verkaufen möchte und wie oft man ebendiesen erneut durchstreichen kann.

Irgendwann aber war der Titel gefunden. Und der steht. (Bis mir etwas Besseres einfällt.)

Evanna Athos und die Zeiten der Macht.

Wie Felicitas begann, ein Buch zu schreiben

Typewriter

Es war vor 5 Jahren. Ich saß in meinem Zimmer unter dem riesigen Dachfenster und hätte sehr dringend auf einen Test lernen sollen. Hätte. Denn wie das immer so ist, wenn man etwas tun sollte, das keinen Spaß macht, und ein riesiges Dachfenster über dem Kopf hat, starrt man in den Himmel. Und fasst Entschlüsse.
In meinem Fall war das der Entschluss, ein Buch zu schreiben. Jetzt. Sofort. Anstatt zu lernen. Definitiv eine gute Idee.
Schon viel zu lange schwirrte dieser Wunsch in meinem Kopf und schon viel zu lange schwirrte diese Geschichte in meinem Kopf. Die Personen, die Orte, die Gefahren, die Heldentaten.
Also schob ich meine Schulsachen beiseite und öffnete den Laptop. Neues Dokument. Kapitel 1. Los geht’s.

Jetzt – 5 Jahre später – ist von den Worten, die ich damals schrieb, nicht mehr viel übrig. Langsam und mühselig musste ich lernen was Plotting ist, Charakterentwicklung, ‚Show don’t tell‘. (Und ich musste lernen, dass meine Charaktere immer genau das tun, was sie gerade möchten und dass das manchmal perfekt ist und manchmal so gar nicht.) Langsam und mühselig habe ich die stümperhaften Worte & Sätze & Kapitel durch bessere ersetzt.
Und inzwischen hat dieses Buch, das ich selbst einige Jahre lang nicht ernst nehmen konnte, eine ernstzunehmende Form angenommen. Es beißt und kratzt mich, wann immer ich es in die Hand nehmen und streichen will. Denn „mein Baby“ ist groß geworden und möchte die große Welt sehen. Und ich werde es ziehen lassen.

In einigen Monaten werde ich also mein erstes Buch veröffentlichen.
Wann genau? Wie? Wo? Mit welchem Titel? Mit welchem Cover?
All diese Fragen kann ich selbst noch nicht so genau beantworten. Ich nenne das jetzt mal Findungsphase. Oder: Harter Kampf gegen die eigenen Unentschlossenheit.

Deswegen also mein Ruf nach draußen: Unterstützung ist in jeder Form willkommen!
(Kluge Kommentare, nicht so kluge Kommentare, nett gemeinte Tipps, Erfahrungsberichte, Meinungen, etc.)

Von einem Optimisten und der Realität

Eisberge

Er war der personifizierte Optimismus. In seinem Wörterbuch kam „ausweglos“ nicht vor. Es gibt Ausweg und danach, sagt sein Duden, kommt Ausweichbewegung. Das sind Worte, die er benutzen kann, die in Ordnung sind für ihn. Doch ausweglos und Ausweglosigkeit wurden ersatzlos gestrichen.

Dann kam der Moment, in dem die Realität ihn einholte.
Er rannte schnell, durch Wasser, über rote Ampeln, am Meer entlang, sprang über Mauern, offene Gräber. Er rannte schnell, doch die Realität rannte schneller. Holte ihn ein, packte ihn, drehte ihn zu sich herum, damit er ihr endlich ins Auge sehen musste.
Und die Realität war so hässlich. So hässlich, dass er erschrak.
Doch seine Augen waren es gewohnt nach der Schönheit und nach der Hoffnung zu suchen, also wanderten sie über die Realität, Zentimeter für Zentimeter, und suchten nach einem Ausweg. Es war schwierig. Manche Berge sind zu hoch, um sie im Alleingang erklimmen zu können. Manche Ozeane zu weit, um sie im Alleingang durchschwimmen zu können.
Sein Mund stand leicht offen, er war noch immer ein wenig außer Atem vom verlorenen Wettrennen, und dann wurde aus seinen schmalen Lippen ein Lächeln. Fast wie von allein. Sein Gesicht kannte nichts anderes.
Wenn er das Spiel zu verlieren drohte, änderte er die Regeln. Ganz allein und ganz im Stillen, nur für sich. Nicht alle Berge mussten erklommen, nicht alle Ozeane durchschwommen werden und nicht alles musste allein geschafft werden.
Und so lächelte er die Realität an, zwinkerte ihr zu, nahm sie an der Hand.
„Hallo, alte Bekannte.“

Liebster Award

liebsteraward

Natürlich freue ich mich, dass ich schon zum zweiten Mal für den „Liebster Award“ nominiert wurde. Nachdem es zurzeit aber irgendwie modern ist, den abzulehnen, habe ich mir natürlich Gedanken gemacht. Ist es narzisstisch, selbstverliebt, diesen Award anzunehmen? Und dann auch noch zum zweiten Mal?
Allerdings gefällt mir das, worum es dabei geht: Dass Blogger andere Blogger weiterempfehlen und dadurch unterstützen und ihnen einfach sagen „Hey, mir gefällt was du tust“. Das ist doch schön.
Deswegen bedanke ich mich ganz herzlich bei Colleen, deren Blog ich übrigens sehr gerne lese (also unbedingt mal bei ihr vorbeischauen!), und werde ihre Fragen sehr gerne beantworten, zumal sie sich wohl echt Mühe gegeben hat, dass sie irrsinnig & tiefgründig sind!

Erst aber noch die Regeln (Colleen hat die sehr schön verkürzt!)
1. beantworte die 11 Fragen der Person, die dich nominiert hat
2. verlinke die Person, die dich nominiert hat
3. nominiere deinerseits Blogs, die weniger als 200 Follower haben
4. stelle diesen Personen, 11 neue Fragen

1. Was ist dein Antrieb zu bloggen?
Worte. Ganz eindeutig. Worte sind mein Antrieb. All diese schönen Worte für schöne Gefühle und schöne Momente. All diese hässlichen Worte für hässliche Gefühle und hässliche Momente. Ich muss das irgendwie loswerden, also schreibe ich. Und welcher Schreiberling möchte nicht andere Menschen (oder eigentlich die ganze Welt) an seinen Worten teilhaben lassen?

 2. Hast du Schreib-Vorbilder? Idole? Große Einflüsse? (Autoren, Redakteure, Dichter, Blogger etc.)
J. K. Rowling ist sicherlich ein großes Vorbild. Klar, als Harry Potter Fan muss ich das ja sagen. Mich fasziniert es, wie sie ganze Generationen nur mit ihrer Fantasie und ihren Worten so fesseln kann!
Allgemein bin ich leicht zu beeinflussen und das tun dann auch immer genau die Autoren, Dichter, Blogger, etc. deren Texte ich gerade lese.

3. Zweifelst du manchmal an deinen Texten? Warum (nicht)?
Woran genau? Manchmal, im Nachhinein, denke ich mir: Vielleicht hätte ich das anders formulieren sollen. Oder wenn ich etwas extrem Emotionales geschrieben habe: Vielleicht hätte ich das nicht schreiben sollen, weil es viel zu emotional und persönlich ist und was, wenn das irgendjemand mal liest?

4. Was liest du sonst so? (Bücher, online etc.)
Ganz viele Bücher. Also gut, leider nicht so viele, wie ich gerne möchte. Aber neben meinem Bett liegen immer mindestens 2 Bücher. Hauptsächlich Romane. Oder so Allgemeinwissens-Zeugs wie ‚I used to know that‘
Dann lese ich natürlich regelmäßig Blogs. Sowohl auf WordPress als auch auf Tumblr.
Oh und von meinem Freund klau ich mir manchmal „Die Zeit“.

5. Was macht dich generell glücklich? Und wie fühlt sich das an?
Es gibt vieles, das mich glücklich macht: Postkarten von I.. Und Postkarten an sie. Umarmungen von F. und seine Blicke und seine Worte und seine Anwesenheit. Bücher. Gute Sätze, schöne Worte. Gutes (sprich: meist viel zu ungesundes) Essen. Der Mond, egal wie er gerade aussieht. Und all die anderen Punkte, die mir I. auf eine (unvollständige) Liste gesetzt hat.
Wie sich das anfühlt? Gut natürlich. Aber jedes Mal ein bisschen anders. Mal einfach nur wie ein fettes Grinsen, mal wie wildes Herzklopfen, mal wie ein Rumoren im Bauch.

6. Kannst du was über Liebe erzählen? (gerne natürlich persönlich)
Nein, kann ich nicht. Ich versuche es immer wieder (siehe meine Liebeserklärungen an F. oder meine Konfessionen), doch ich glaube, das würde hier den Rahmen sprengen, wenn ich versuchen würde, etwas darüber zu erzählen…

7. Wenn es keine Konsequenzen hätte: wie würdest du deinen Tag (oder wenn es gerade spät ist: deinen morgigen Tag) gestalten? Du “darfst” wirklich alles. Und hast alles, was du dafür brauchst.
Ich würde in einer einsamen Hütten in Schottland sitzen, Bücher schreiben, Bücher lesen, die Natur genießen, Schwarztee und Whisky trinken (nacheinander, nicht gleichzeitig), Briefe schreiben, irgendwelche Berge besteigen und die Aussicht und Einsamkeit genießen.

 8. Was hast du bis jetzt vom Leben gelernt?
Dass es kein Ponyhof ist.

9. Wenn du irgendeine Superkraft haben könntest, was wäre sie?
Ich würde gerne allen Menschen mehr Freundlichkeit einpflanzen können. Mitgefühl, Toleranz und alles, was es braucht, damit Menschen nicht mehr so scheiße sind. (Ich denke vor allem jetzt, mit Syrien und der Türkei und Paris und Brüssel, ist das extrem aktuell).

 10. Willst du Kinder? (ist eher so eine Frage, die mich persönlich interessiert.. weil ich das Gefühl habe: keiner will mehr Kinder..)
Nicht jetzt. Aber ich wäre gerne eine richtig tolle, coole Oma. Was bedeutet, dass ich davor erst selbst Kinder brauche…

11. Selbstlob ist wichtig: worin bist du gut?
Im Nachdenken. Meist erst hinterher, aber dann besonders gut.

And now: Meine Nominierungen!

Mittlerweile habe ich ziemlich viele Blogs entdeckt, die ich mag.
Und Folgende davon möchte ich nominieren:
Allen voran Moritz, der dabei ist, etwas Größeres aufzubauen und mich daran teilhaben lässt. Danke dafür!
Michi, die mir schon so lange so treu folgt.
Lettercastle
Katka
Lyrifant
Natalie
Julie
Simon

Das hier sein meine Fragen an euch:
1. Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben? Und weiß diese Person das?
2. Wofür wärst du bereit zu sterben?
3. Und wofür lebst du?
4. Wer oder Was beeinflusst dein Leben am meisten?
5. Wer oder Was beeinflusst dein Schreiben am meisten?
6. Schreibst du lieber digital oder analog?
7. Was wäre dein Traumberuf? (unabhängig davon, ob du die nötigen Abschlüsse, Zertifikate etc. hast)
8. Welche Frage hättest du schon immer mal gerne beantwortet bekommen?
9. Was schätzt du an deinen Freunden am meisten?
10. Was muntert dich auf, wenn es dir richtig beschissen geht?
11. Welche drei Kleinigkeiten haben dir heute eine Freude bereitet?

Morgenluft

Morgenluft

In aller Einsamkeit wachte sie auf. Fahles Dämmerlicht drang durch das Fenster. Die Stille wurde nur gelegentlich von Autos unterbrochen, die die kleine Dorfstraße entlang fuhren.

Der ganze Tag lag noch vor ihr und in der Dunkelheit des kleinen Hotelzimmers schmiedete sie ihre Pläne, wie sie den heutigen Tag mit möglichst viel Leben füllen könnte.
Wandern wollte sie gehen. In die umliegenden, morgens noch nebelverhangenen Berge.
Vor niemandem würde sie sich rechtfertigen müssen für ihre heutigen Entscheidungen.
Das war der schönste Teil des Alleinseins.

Sie stand auf und öffnete das Fenster. Kühle Morgenluft drang in das Zimmer, gemeinsam mit dem Vogelgezwitscher, das den Frühling begrüßte.
Eine ganze Weile blieb sie vor dem geöffneten Fenster stehen und beobachtete wie hinter den letzten Häusern des Dorfs der Himmel langsam heller wurde, sich rot und orange färbte, und die Sonne schließlich am Horizont erschien.
Der Tag versprach herrlich zu werden.

Träume leben

Der Weg vor mir

Das hier ist der Anfang.

Seit Jahren träume ich davon, Schriftstellerin zu sein. Geschichten erfinden, hunderte Seiten schreiben, Bücher veröffentlichen.
Jetzt wird es endlich an der Zeit, diesen Traum zu leben. Und dieser Blog soll das Sprungbrett dazu werden.
Oder vielleicht auch die Hand, die einen von der Klippe schubst, damit man merkt, dass das Wasser dort unten gar nicht so weit weg und auch gar nicht so kalt ist.

Der Weg, der vor mir liegt, wird bestimmt sehr lang werden. An manchen Tagen einfach, an manchen fast nicht zu bewältigen.
Doch ich bin mir sicher, dass ich unterwegs großartige Dinge lernen werde.

In der Hoffnung, dass ich den ein oder anderen treuen Leser finden und meinen Traum vom eigenen Buch erfüllen werde, beginnt jetzt also mein Projekt Felicitas Sturm.