Erzähle mir etwas von dir

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Ich bin ein geborener Optimist, der im Laufe der Jahre realistisch genug geworden ist um zu wissen, dass immer das denkbar Schlechteste passieren wird.

Der Abstand zwischen meinen beiden Knien bei jedem Schritt sagt viel darüber aus wie es mir in meinem Kopf gerade geht. Letzteres liegt an ersterem. Nicht anders herum.

Ich glaube nicht an Ärzte.

Ich glaube an Hass. Und an Liebe. Und an Freundschaft.

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, wenn gar nichts mehr geht, lese ich Harry Potter. Und dazwischen manchmal auch.

Der Duden ist mein bester Freund. Also so quasi.

Ich bekomme Sonnenbrand selbst bei bewölktem Himmel, selbst innerhalb von 5 Minuten, selbst wenn ich nicht einmal wusste, dass ich überhaupt draußen war.

Eines Tages wird mein british accent so perfekt sein, dass mich ein Brite für eine Britin halten wird. Eines Tages…

Ich weiß nicht alles, aber ich arbeite daran.

 

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Scheibenwischermonotonie

Scottish Road

Es war als hielt die ganze Welt den Atem an. In einer dieser mondlosen Nächte. Sogar das Auf und Ab des Scheibenwischers fügt sich ein in die einlullende Monotonie des Augenblickes. Ein hübsches, langes Wort in meinem ‚Dictionary of felicitas-invented words‘: Scheibenwischermonotonie. Dieser Moment der Ruhe während des Sturms.
Den Strohhut im Nacken, Gänsehaut auf den Beinen, darüber nachdenkend, ob uns vielleicht nur der bedingungslose Glaube fehlte. Der Glaube daran, dass wir über das Ende der Welt hinausschreiten können. Und trotzdem werden wir wieder nach Hause kommen. Ich schwöre es.
Manchmal tut man Dinge im Versuch einen Frieden zu wahren, den es sowieso nicht gibt.
Und hinterher fragt man sich, wo man einen Fehler gemacht hatte.

himmelgrau

Juni-Gewitter

Du fragst:
„Wenn du eine Farbe wärst,
welche wäre das?“
Und ich zögere
nur für einen Moment.
Sollte ich vielleicht
meine Lieblingsfarbe nennen?
Dann wäre es gelb.
Wie die Blätter im Herbst.
Wie der Himmel
kurz vor Sonnenaufgang.
Oder grün.
Wie Baumwipfel im Frühling,
wie frisch gemähtes Gras.

Doch das alles
bin ich nicht.

Ich bin grau.
Wie die Hoffnungslosigkeit.
Wie die Leere.
Wie das Nichts.
Ist grau überhaupt eine Farbe?
Und ich bin grau
wie eine Ritterrüstung.
Wie die Eiger Nordwand.
Wie der Himmel bei Regen
oder abends,
wenn er zu müde ist
um noch blau zu sein,
aber zu wach
für schwarz.

von oben

über Wolken

Ich heb‘ ab, als hätte man mir zu viele Luftballons in die Hand gedrückt und plötzlich sehe ich alles von oben und mit Abstand.
Wolken sind watte und nebel und nass und irgendwie rosarot und regenbogen. Und das alles gleichzeitig.
Wer stört meine Flugbahn außer Flugzeuge (auf dem Weg zu unbekannten Zielen), denen ich mich nicht anschließen möchten, weil doch mein ganzes Leben eine einzige Unbekannte ist. Wie eine Gleichung, die nur aus x besteht.
Tief unter mir tanzen Autos ihr schwerfälliges Straßenballett, folgen grauen Schnüren, die sich Straßen nennen und hören auf tonlose Lichter in gelb und grün und rot.
Von hier oben ist alles friedlich, ergibt ein Muster und ergibt doch keinen Sinn. Von hier oben muss es auch endlich keinen Sinn mehr ergeben, ist doch das ganze Leben und Schweben und Fliegen und Fliehen sowieso alles sinnlos.