Von Füchsen und deren Beute

Es gibt Gespräche, die man lieber nicht führen möchte. Die man aber führen muss, wenn man etwas ändern möchte. Und ich möchte etwas ändern. Denn es ist furchtbar mit anzusehen, wie der beste Freund und die beste Freundin umeinander schleichen wie ein Fuchs und seine Beute. Ich wusste nur nie, wer jetzt gerade der Fuchs war und wer die Beute.
Die Füchsin (oder die Beute?) hatte sich von mir bereits vor Wochen entlocken lassen, wie sehr sie verliebt war. Ich konnte es ihr nicht verübeln. Er war der liebenswerteste Mann, den ich bisher kennengelernt hatte. Nicht umsonst war er mein bester Freund.
Doch immer wenn ich dachte, jetzt – jetzt! – müsste endlich etwas passieren, sie würden endlich kapieren, was der Andere fühlte, dann vermasselte er es. Es war frustrierend. Immer war er derjenige, der im letzten Moment irgendetwas total doofes sagte oder einfach abhaute. Weil er ja so sehr beschäftigt war mit seiner Doktorarbeit.
Also musste ich ihn zur Rede stellen. Natürlich erwähnte ich nicht, dass die Füchsin (respektive Beute) mir bereits alles erzählt hatte. Ich stellte ihn einfach nur zur Rede, wie das eine beste Freundin nunmal tat.
„Ich interessiere mich nicht für Mädchen“, antwortete er mürrisch.
Ich hob überrascht die Augenbrauen. Das klang nach einer schlechten Ausrede. „Warum nicht? Bist du schwul?“
Das hätte er mir erzählt. Das hätte er mir so sicher erzählt.
Zum Glück ersparte er mir diese Lüge und schüttelte den Kopf. „Nein. Aber ich habe in meinem Gehirn einfach keinen Platz für Liebe.“
Diese Antwort war so bescheuert, dass ich ihn beinahe geohrfeigt hätte. „Liebe hat nichts mit dem Gehirn zu tun.“

Werbeanzeigen

Live & In Farbe

Man könnte ja meinen, dass man sich an alles gewöhnt. Aber es gibt Dinge, an die ich mich sicher nicht so schnell gewöhne. Zum Beispiel, aus meinem eigenen Buch vorlesen.

In 3 Wochen ist es aber schon wieder so weit. Ich darf aus meinem 2. Buch „Evanna Athos und die Magie des Waldes“ vorlesen.
Denn die Buchhandlung Dannheimer in Kempten (Allgäu) veranstaltet wieder eine Lesung mit mir.
Am Freitag, den 1. März um 15 Uhr geht es los!

Ich würde mich sehr, sehr, sehr freuen, wenn ihr kommt!
Ihr könnt mir beim Lesen zuhören, ihr könnt mir Fragen stellen, die ich euch dann beantworte, als hätte ich keine Geheimnisse und ihr könnt euch mit mir unterhalten, als wären wir schon seit Jahren befreundet.

Hier gibt’s genauere Infos.

in omnia paratus

Seine Augen blitzten vergnügt, wann immer jemand lachte, doch nie war er der Grund dafür, dass jemand lachte. Ein freundliches Lächeln bekam er zwischendurch. Wie man den Postboten anlächelte oder die Schwester, die nach einem zu langen Wochenende wieder fortfuhr.
Seine viel zu großen Hände suchten nach etwas, das sie tun konnten. Klavier könnte er lernen. Oder Gitarre. Gefällt das nicht den Mädchen? Er könnte auch einen Tisch schreinern. Ein Dach decken. Eine Brücke einreißen.
Er ging ins Fitnessstudio, jede Woche dreimal. Seine Brust war breiter geworden, seine Arme zeigten erste Berge, sein Rücken könnte fünf Kinder tragen und doch trug er kein einziges.
Sein Kopf platzte beinahe von all dem Wissen, das er sich angeeignet hatte, ohne zu wissen, wofür er es jemals brauchen konnte. Ob er es jemals brauchen konnte.

Zu allem bereit.
Zu nichts zu gebrauchen.

Mehr

Sie war schon immer ein Mädchen gewesen, das mehr wollte.
Mehr Gummibärchen, mehr Geburtstagskerzen. Mehr Wissen, mehr Freunde, mehr Zeit. Mehr Berge, mehr Täler, mehr Meer. Mehr Talent, mehr Bücher. Mehr Toleranz, mehr Offenheit. Mehr Träume.

Sie sitzt jetzt im Gefängnis.
Weil sie mehr Gerechtigkeit wollte.

Neuer alter Mitbewohner

Die Traurigkeit ist wieder bei mir eingezogen, hat sich ein Zuhause gebaut in meinem Brustkorb.
Meine Rippen sind Gitterstäbe am Fenster. Sie zieht die Vorhänge zu.
Die Traurigkeit kennt mich schon. Wohnte bereits bei mir. Bis ich sie hinausbefördert habe. Den Mietvertrag gekündigt oder was auch immer sie als Grund hergenommen hat für ihren Einzug.
Dieses Mal aber stand sie mit größeren Koffern vor der Tür.
„Ich bin gekommen, um zu bleiben.“
Sie wird mich nicht mehr so schnell verlassen.
Können.
Wollen.
Doch sie ist geschrumpft. Kleiner als letztes Mal. Unbedarfter.
Benjamin Button als Gefühl.